Die Kraft der ätherischen Öle

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Die Kraft der ätherischen Öle
Foto: Tara Winstead via Pexels, Symbolbild.

Schnupper dich fit! Oder gelassen. Oder fröhlich. Sicher hast du schon einmal erlebt, dass dir ein bestimmter Geruch in die Nase gestiegen ist, der dich schlagartig an etwas erinnert und dadurch deine Laune verändert hat. Die Tatsache, dass Düfte so viel Einfluss auf uns haben, können wir nutzen – mit ätherischen Ölen.

Autorin: Carmen Schnitzer

Die einen schwören drauf, die anderen warnen davor: Zu ätherischen Ölen gibt es eine Menge Meinungen und Mythen. Wohltuend oder gefährlich? Die Wahrheit liegt dazwischen beziehungsweise hängt von der richtigen Verwendung und Qualität der Öle sowie gegebenenfalls Allergien ab. Richtig eingesetzt können sie sehr hilfreich sein. Ein kleiner Leitfaden:

Was sind ätherische Öle überhaupt?

Intensiv duftende Flüssigkeiten, kommt einem da vielleicht als Antwort in den Kopf. Stimmt auch: Ihren Duft erhalten sie aus verschiedenen Pflanzenteilen, z.B. den Wurzeln, Blüten, Samen, Fruchtschalen, Harzen oder der Rinde. Darin stecken bestimmte flüchtige, aromatische Verbindungen, die als ätherische Öle bezeichnet werden. Sie dienen der Pflanze z.B. dazu, Schädlinge abzuwehren oder Insekten anzulocken. Gewonnen werden die Konzentrate meist durch Wasserdampfdestillation oder aber Extraktion bzw. Auspressen. Schon vor mehreren Tausend Jahren hat man ätherische Öle zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt oder aus ihnen Parfüm hergestellt, z.B. im alten Ägypten!

Was können sie?

Im Rahmen einer Aromatherapie werden ätherische Öle meist eingesetzt, um Körper und Geist zu stimulieren bzw. die Seele zu beruhigen. So leisten sie z.B. gute Dienste bei der Bekämpfung von Atemwegsinfekten, bei Schlafstörungen, bei der Hautpflege sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Wie kann ich ätherische Öle verwenden?

Der Klassiker: Gib einige wenige Tropfen, gemischt mit Wasser, in eine Duftlampe oder einen Vernebler und genieße das herrliche Aroma! Solltest du im Besitz einer Heimsauna sein, kannst du dir auch einen eigenen Aufguss mischen. Wohltuend kann überdies ein Vollbad sein, in das du als Badezusatz ein paar mit Hafercuisine gemixte Tropfen ätherisches Öl gibst. (Der Umwelt und der Haut zuliebe solltest du allerdings nicht zu oft baden!) Auch kannst du einige Tropfen mit einem relativ neutralen Öl (z.B. Mandel oder Jojoba) mischen und so deine eigene Körperpflege herstellen – je nach gewünschter Intensität gibst du 10 bis 50 Tropfen auf 75 ml. Grundsätzlich sollte man ätherische Öle immer verdünnt verwenden, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Punktuell ist auch mal eine unverdünnte Anwendung möglich – Pickel kannst du z.B. mit Teebaumöl bekämpfen. Aber Vorsicht: wirklich punktuell arbeiten, damit du die umliegende Haut nicht reizt!

Wie wirken sie?

Unser Geruchssinn ist ganz schön spannend: Der Duft ätherischer Öle aktiviert im Gehirn Neurotransmitter wie etwa die „Glückshormone“ Endorphin oder Serotonin, wodurch sich eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, beruhigende oder auch stimmungsaufhellende Wirkung entfalten kann. Zudem haben bestimmte Öle einen antibakteriellen, antiviralen oder schleimlösenden Effekt. Antihistaminisch wirkt dagegen z.B. Blaue Kamille, die bei Neurodermitis hilfreich sein kann.

Was hat es mit den angeblichen Gefahren auf sich?

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Substanzen, bei denen unter anderem die Dosierung über Nutzen oder Schaden entscheidet. Besonders aufpassen solltest du als Laie oder Laiin z.B. bei Kampher-, Thymian-, Eukalyptus- (Cineol) und Pfefferminzöl (Menthol), denn hier können zu große Mengen schnell giftig sein. Im Zweifel ist bei ätherischen Ölen immer weniger mehr! Auch Allergien oder Nebenwirkungen (Rötungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen) können vorkommen. Zu guter Letzt sollten Schwangere oder Eltern von kleinen Kindern vor dem Verwenden ätherischer Öle lieber ärztlichen Rat einholen. Achte außerdem darauf, nur 100 Prozent naturreine Produkte von seriösen Anbieter*innen zu verwenden.

Kann man ätherische Öle oral einnehmen?

Hier ist Vorsicht geboten! Nicht jedes ist für die orale Einnahme geeignet, und die, die es sind, solltest du nicht unverdünnt verwenden (das gilt ohnehin für beinahe jede Verwendung, siehe oben). Experimentiere hier also bitte nicht einfach drauflos, sonst riskierst du Reizungen, Entzündungen, Verätzungen und Vergiftungen. Es gibt allerdings Anbieter, die spezielle, absolut naturreine Öle für die Aromaküche anbieten. Hier kannst du sicher sein, dass es sich um essbare Substanzen handelt – die tatsächlich besondere Geschmackserlebnisse versprechen! Bitte unbedingt dennoch die Dosierhinweise beachten! Auch gibt es fertige Nahrungsergänzungsprodukte, in denen ätherische Öle stecken. Diese kannst du natürlich einnehmen, solltest aber auch hier stets die Packungsbeilage gründlich durchlesen und dir im Zweifel medizinischen Rat holen.

Wie sollte ich sie lagern?

Ungeöffnet sind ätherische Öle nahezu unbegrenzt haltbar, danach schwankt die Haltbarkeit zwischen einigen Monaten bis zu drei Jahren. Wichtig ist allerdings die Lagerung: dunkel sollte sie sein und möglichst kühl (maximal Zimmertemperatur) – außerdem außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern!

Die 10 wichtigsten ätherischen Öle für Einsteiger*innen

Lavendel:
Sein Duft wirkt beruhigend und fördert einen erholsamen Schlaf.
Hilft außerdem, verdünnt aufgetragen, bei Insektenstichen oder Juckreiz.

Pfefferminze:
Der Klassiker bei Kopfschmerzen! Einfach (verdünnt) auf die schmerzenden Stellen und/ oder Nacken,
Stirn und Schläfen verteilen und dabei gut aufpassen, dass nichts in die Augen gerät!

Eukalyptus:
Ideal zum Inhalieren bei Erkältungen!

Rose:
Total gestresst? Ein paar Tropfen Rosenöl sorgen für Entspannung –
einfach ins Badewasser geben oder ein blumiges Körperöl mixen!

Orange:
Das Gute-Laune-Öl. Ein paar Tropfen in die Duftlampe geben und die sonnige Frische genießen, die den Raum erfüllt!

Zitrone:
Fördert die Konzentration, stärkt das Gedächtnis und das Immunsystem – ein idealer Duft für den Arbeitsplatz!
Außerdem vertreibt Zitronenöl Mücken und andere Insekten. Unbedingt vormerken für warme Sommerabende!

Rosmarin:
Ein Energiebooster, der den Kreislauf in Schwung bringt!

Teebaumöl:
Antiviral und antibakteriell – hilft bei kleineren Wunden und Hautunreinheiten (einfach auftupfen).
Bei Entzündungen kannst du es mit Wasser mischen und dir eine Kompresse machen.

Weihrauch:
Entzündungshemmend – hilft z.B. bei rheumatischen Beschwerden oder Magen-Darm-Erkrankungen.
Beim Meditieren kann der Duft außerdem wunderbar zur Entspannung beitragen.
Aber bitte mit Bedacht einsetzen, denn der Bestand der Weihrauchbäume ist stark bedroht!

Oregano:
Gilt als natürliches Antibiotikum und kann zur Linderung einer Vielzahl von Krankheiten beitragen.
Wirkt außerdem durchblutungsfördernd, schmerzstillend und entzündungshemmend.

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