Vegan auf Reisen

Sven Darfschlag
Sven Darfschlag

Name: Sven Darfschlag
Alter: 39
Beruf: Studio-/Klanghaus Manager
Wohnort: Tagbilaran City, Bohol, Philippinen
Reiseerfahrung: 4/5
Bisher unterwegs in: 61 Ländern
Reisebudget: moderat
Zuletzt unterwegs in: Bohol, Philippinen

Strand oder Berge, Sommer oder Winter – welcher Urlaubstyp bist du?
Kann man nicht genau sagen, ich liebe Strand, Meer, Berge und Wälder. Wichtig ist nur, dass es warm ist.

Rucksack und Zelt oder Taxi und Hotel – wie reist du am liebsten?
Ich lebe in meinem Lieblingsland, daher schlafe ich am liebsten zu Hause und bin mit dem Auto oder E-Roller unterwegs.

Wie bereitest du dich auf eine Reise vor?
Einige werden es jetzt nicht gerne lesen: Ich arbeite auf einem Kreuzfahrtschiff. Daher komme ich in viele Länder und Städte, sehe beim ersten Kennenlernen jedoch nur die Hotspots. Essen kann ich immer auf dem Schiff, das ist meine Notlösung. Aber klar, ich google vor jeder Ankunft nach veganen Restaurants. Viele haben aber oft geschlossen, wenn ich Zeit habe, vor allem in Europa zur Mittagszeit. Das ist natürlich ärgerlich für mich, da das Schiff in der Regel gegen 18/20 Uhr den Hafen verlässt. Aus diesem Grund suche ich nach Restaurants, die in der Nähe von Sehenswürdigkeiten sind oder schaue erst gar nicht online, sondern verlasse mich auf mein Glück. Mittlerweile kenne ich auch weltweit „meine“ Restaurants, die ich regelmäßig besuche und natürlich auch zu Hause auf Bohol.

Hast du/würdest du auf Reisen etwas (geg)essen, was du zu Hause nicht essen würdest?
(Lacht) Ekel vor veganen Essen, gibt es nicht.

Hand aufs Herz: Du bist im Urlaub, sitzt in der Sonne und vor dir steht ein unveganes Eis. Greifst du zu?
Ja, wenn es ohne Sojamilch ist (lacht).

Hast du auf Reisen schon mal eine besondere Reaktion auf deine Ernährungsweise bekommen?
Ja, vor allem in Südafrika und in Asien. Die Menschen dort fragen sich, wie man überlebt ohne Fleisch und Tierprodukte. Wenn man dann kurz erklärt was man aus der einheimischen Küche alles essen kann, gibt es einen interessierten Aha-Effekt. Von Deutschen habe ich bisher eher negative Reaktionen geerntet. Ich bin auch eher von der Sorte, der sich nicht mitteilt. Ich bestelle, was ich will und wenn jemand fragt, sage ich, ich sei Vegetarier. Ich lasse mich auch nicht auf Diskussionen ein, da kann eh niemand „gewinnen“.

Sonne, gute Laune, ein netter Urlaubsflirt – der leider nicht vegan ist. Und jetzt?
Mein Partner ist vegan geworden. Er ist Filipino und als ich ihn vor drei Jahren auf dem Schiff kennengelernt habe, bestand sein Essen aus Reis mit Hühnchen und Schwein. Drei mal am Tag. Ich habe ihm immer gesagt: „Iss was du willst“, aber er hat sich sehr für meine Ernährungsweise interessiert. Schwuppdiwupp, verlor der etwas pummelige Rubben innerhalb von zwei bis drei Monaten ca. 20 kg und ist mittlerweile Profi im Zubereiten von veganen Burger-Patties.

Was war das Tollste, das du auf Reisen gegessen hast, was das Scheußlichste?
Die tollsten Erlebnisse sind, wenn du in einer Stadt spazieren gehst und du plötzlich ein Vegan-Schild siehst, wo du es nie erwartet hättest. Mein Herz schlägt dann sofort höher. Ich habe einige Lieblingsrestaurants wie Dave´s Shake in Alona auf Panglao (PHL) oder Al Fresco Bay in Tagbilaran City auf Bohol (PHL). Dort gibt es superleckere Pizza oder Pasta mit philippinischen Spinat. Im Restaurante Vegano Bon Lloc, in Palma de Mallorca, gibt es ein super 3-Gänge-Menü für 15 Euro, im Corniche Café in Muskat (Oman) den besten Humus und die besten Falafel. Auf Kreta kann ich das To Stachi empfehlen oder, mal ganz exklusiv, in Monte Carlo das Eqvita (geschlossen, Anm. d. R.) – ein Muss. Da sind halt schnell mal 120 Euro fällig für zwei Personen, aber sehr lecker.

Vegan hin oder her, welches deiner Reiseerlebnisse ist eine Geschichte wert?
Mein persönliches Highlight war der Besuch der Felsenstadt Petra in Jordanien. Es ist einfach umwerfend, dort durch die Schluchten zu laufen. Jeder Felsen ist durch die Sonneneinstrahlung und Schattenspiele einzigartig. Dann biegst du um eine Kurve und siehst den, von der Sonne angestrahlten, orange-gelb schimmernden Eingang zur Schatzkammer, der direkt in den Fels gehauen ist.