Claudelle Deckert: „Ich habe mein Herz geöffnet“

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Foto: © RTL / Stefan Gregorowius

Über liebenswerte Spinnen, magische Freundschaft und Essen, das schön macht – langweilig wird eine Unterhaltung mit Schauspielerin Claudelle Deckert so schnell nicht … [AUSZUG]

Von: Carmen Schnitzer

Vom Set hinter den Herd und wieder zurück – für Schauspielerin Claudelle Deckert kein Problem: „Kreative Menschen haben doch selten nur ein einziges Talent.“ Tatsächlich ist die Rheinländerin dafür das beste Beispiel: Wenn sie nicht gerade für die RTL-Vorabendserie „Unter uns“ vor der Kamera steht, arbeitet sie z.B. an Kinder- oder Kochbüchern, tüftelt an Wohlfühlseminaren für Frauen oder steht auf der Bühne, um einem begeisterten Publikum beizubringen, wie man aus Cashewkernen einen „Mozzarella“ für rein pflanzlichen Caprese-Salat zaubern kann. So geschehen Ende Oktober auf der Düsseldorfer VeggieWorld, wo wir kurz mit ihr schwatzten und das geplante Interview dann ob des Trubels doch lieber auf den nächsten Tag und ins Telefon verschoben.

Na, konntest du dich schon ein bisschen erholen?

Ehrlich gesagt – nicht wirklich. Ich muss erst mal sehen, dass ich meinen Haushalt wieder in Ordnung bringe. Kaum lässt man Kind und Mann mal allein, sieht‘s aus wie bei Hempels unterm Sofa. (lacht) Du bist mittlerweile zurück in München, oder?

Genau.

Ach, ich liebe Bayern! Ich würde so gerne auch in München wohnen.

Wirklich? Das tut mal gut, sonst wird auf uns ja oft geschimpft …

Ich mag‘s! Die Stadt, den Dialekt, die Gemütlichkeit … Diese schönen gelben Häuser und die Tradition. Außerdem natürlich die Nähe zu den Bergen. München hat einfach eine positive Ausstrahlung, das genieße ich sehr.

Verstehe. Typisch bayerisches Essen wie Weißwurst oder Schweinshaxn wären dagegen ja nicht so deins …
Nein, wirklich nicht. (lacht) Aber ganz ehrlich: Im Vergleich zu Düsseldorf ist München ganz weit vorne, was pflanzliche Ernährung angeht, ihr habt so viele tolle Läden. Bei meinem letzten Besuch habe ich mich da richtig durchgefressen. Und zur Not gäbe es im Wirtshaus immer noch die Beilagen, z.B. Gurken- und Kartoffelsalat. Ich sage immer: Ich ernähre mich nur von Pflanzen. Das Wort vegan versuche ich zu vermeiden.

Warum das?
Erstens geht da bei vielen gleich eine Schublade auf. Und zweitens kann ich mich auch noch nicht zu hundert Prozent als Veganerin bezeichnen. Ich benutze z.B. die Daunendecken, die ich vor meiner Ernährungsumstellung bereits hatte, mein Auto hat Ledersitze und ich besitze ein Kuhfell und Hirschgeweihe, die ich jetzt nicht einfach wegschmeiße. Neu anschaffen würde ich das alles nicht mehr. Nur bei Schuhen tue ich mich manchmal noch schwer, da finde ich oft partout keine guten, die mir gefallen, und greife dann manchmal zu solchen aus Leder. Einfach, weil derzeit noch die Alternativen fehlen, aber wirklich wohl fühle ich mich damit nicht – und meine 19-jährige Toch-ter schimpft mich dann. Die ist da viel strenger als ich, knallhart vegan.

War sie es denn, die dich „auf den Trichter gebracht“ hat?

Nein, erst mal habe ich selbst damit angefangen, vor ungefähr drei Jahren. Sie folgte mir kurz darauf, auch zwei gute Freundinnen von ihr leben vegan. Mir ist seinerzeit ein Buch in die Hände gefallen: „Stopp! Die Umkehrung des Alterungsprozesses“ von Andreas Campobasso. Das hat mich zum Nachdenken gebracht – darüber, was meine Ernährung mit meinem Körper macht. Bis dahin hielt ich vieles für normal: meine Migräne, die häufigen Erkältungen, den schlechten Schlaf, die Hautprobleme … Schließlich hat ja jeder so seine Zipperlein. Aber man kann ihnen entgegenwirken, das habe ich begriffen. Zwar dachte ich vorher schon, ich würde mich ausgewogen ernähren – Salat mit Hühnchenstreifen oder Feta, dann diese Joghurtdrinks zur Stärkung der Abwehrkräfte … Hatte ich alles im Haus. (lacht) Dann aber habe ich mich immer mehr mit dem Thema beschäftigt und kam zu dem Schluss, dass eine basische, pflanzenbasierte, cleane Ernährung das Beste für mich ist. Die entlastet die Organe und nährt die Zellen auf optimale Weise. Seit ich so esse, fühle ich mich fit wie nie!

Das sieht man dir auch an.
Danke schön. Ja, abgesehen vom Körper und der Haut erkennt man es, denke ich, auch an den Augen, wenn sich jemand gesund ernährt. Die strahlen dann viel mehr.

Ist dir Schönheit denn sehr wichtig?

Ach doch, schon. Ich bin durchaus eitel, das darfst du ruhig schreiben.

Erfrischend, dass es mal jemand zugibt!
Klar, warum auch nicht. Ich stehe auch dazu, dass ich 2011 mal Botox ausprobiert habe – gerade als Schauspielerin war das aber ein Fehler. Das legt ja die ganze Mimik lahm. Und was ist man in meinem Beruf schon ohne Mimik? Heute ist mein Weg definitiv ein anderer. […]

Das komplette Interview findet ihr ab Seite 14 in der Dezember/Januar-Ausgabe 2016/17, die ihr hier bestellen könnt. Alle Hefte schicken wir euch portofrei zu.