Wolfgang Niedecken: »Was Essen angeht, war ich ein Banause!«

 

 

 

Warum er sich früher von Dosen-Hering ernährte, wie er zum Vegetarier wurde und was in seinem Kühlschrank nicht fehlen darf, erzählt Kölschrock-Legende Wolfgang Niedecken im Interview …

 

Text-Auszug:

 

Wolfgang Niedecken rede nicht gerne, hatte ich irgendwo gelesen. Nicht die besten Voraussetzungen für ein Interview. Doch als ich nachhake, beruhigt mich der Frontmann der Kölschrock-Band BAP gleich: „Ich bin durchaus kommunikativ. Nur ab und zu ziehe ich mich ganz gerne zurück. Bei uns daheim herrscht ständig Trubel, es sind immer wieder Menschen und Hunde zu Gast. Manchmal brauche ich da meine Ruhe.“ Bei uns daheim – das ist in Köln, wo Niedecken in zweiter Ehe mit seiner Frau Tina und den beiden gemeinsamen Töchtern lebt. Sein Solo-Album „Zosamme alt“ ist seiner großen Liebe gewidmet.

 

Als ich das erste Mal dein Album gehört habe, hatte ich immer wieder Tränen in den Augen. Deine Frau soll nicht ganz so rührselig drauf sein, habe ich gelesen.
Na ja, wenn ich ein Lied über uns geschrieben habe und ihr das vorspiele, merke ich schon an ihrer Reaktion, ob es gelungen ist. Wenn sie nicht gerührt ist, dann habe ich was falsch gemacht.

 

Sie soll gesagt haben, dass es ja leicht sei, schnell mal ein Liebeslied zu schreiben und dass es in der Liebe auf andere Dinge ankomme.
So schnell sagt sie das aber nicht. Und sicher nicht in dem Moment, in dem ich ihr ein Lied vorspiele. Dann wäre die ja obercool.

 

Ich bin beruhigt.
So ein Satz fällt eher, wenn wir mal aneinandergeraten. Passiert ja. Dann gibt ein Wort das andere, und es kommt schon mal so was wie: „Lieder schreiben ist einfach. Du musst deine Liebe im Alltag beweisen.“ Natürlich hat sie da recht. Alle paar Jahre mal ein Liebeslied schreiben und dann meinen, fein raus zu sein, ist natürlich nix.

 

Gibt‘s deiner Meinung nach ein Rezept für eine glückliche Ehe, oder spielt da auch der Zufall eine Rolle?
Ein bisschen tut er das sicher. Aber auch wenn man den Richtigen oder die Richtige gefunden hat, muss man an der Beziehung arbeiten. Auf dem Album sind ja nun auch nicht nur Lobpreisungen. Was ich ganz wichtig finde, ist, dass man sich immer wieder fragt: Ist man noch gegenseitig der beste Freund für den anderen? Wenn man das bejahen kann und einander respektiert, das ist schon mal prima. Schön ist auch, wenn man sich wortlos versteht.

 

Mit einem Lied auf dem Album soll Tina gar nicht einverstanden gewesen sein.
Mit „Lena“, ja. Wenn man so ein Album zusammenstellt, dann will man ja einen Bogen schlagen und innerhalb des Genres Liebeslieder variieren, traurige und himmelhochjauchzende Geschichten z.B. An der Stelle, an der nun „Lena“ steht, gab es noch ein anderes Lied, das dorthin gepasst hätte, „Wie die Sichel vum Mohnd“. Aber „Lena“ schien mir das gelungenere. Tina war damit nicht einverstanden, da sie überzeugt war, ich hätte es für eine andere Frau geschrieben. Erst nachdem ich ihr noch ein paar Details verraten habe, konnte ich sie überzeugen, dass dem nicht so war. Jetzt schätzt sie das Lied umso mehr.

 

 

Den ganzen Artikel gibt’s in der Februar/März-Ausgabe 2014 ab Seite 14!