Wohlbefinden dank Ayurveda

Unbesorgt essen, ohne ständig mit Magenkrämpfen rechnen zu müssen – das hat sich Katharina Döricht („Tasty Katy“) sehnlichst gewünscht. Mit uns spricht sie darüber, wie Ayurveda ihre körperlichen Beschwerden linderte.

Von: Xenia Waporidis

Regelmäßige Magen-DarmBeschwerden wie Durchfall, Blähungen und Übelkeit haben früher zu deinem Alltag gehört. Nach etlichen Arztbesuchen bist du auf die ayurvedische Ernährung gekommen. Was für Veränderungen haben sich bemerkbar gemacht?
Bevor ich Ayurveda kennenlernte, habe ich mich viel mit der veganen Ernährungs weise auseinandergesetzt. Mit dem Verzicht auf tierische Produkte ging es meiner Gesundheit deutlich besser. Als ich dann auf die ayurvedische Ernährung gestoßen bin, ergab für mich einiges sehr viel Sinn. Also kombinierte ich beides miteinander und mir war plötzlich nicht mehr ständig kalt, meine Verdauung wurde besser und ich habe mich insgesamt ausgeglichener gefühlt.

Aus welchen Grundbausteinen besteht denn ein ayurvedischer Ernährungstag bei dir?
Im Ayurveda wird vor allem warmes und gekochtes Essen empfohlen, das leichter verdaulich ist als die vorherrschende Ernährungsform. Ayurveda bedeutet aber auch, mit der Jahreszeit zu gehen und auf saisonale sowie regionale Lebensmittel zurückzugreifen. So esse ich z.B. im Sommer etwas mehr Rohkost und Lebensmittel mit kühlenden Eigenschaften, wie z.B. Salate, Kokosmilch, Gurken oder Tomaten. Im Winter besteht meine Ernährung aus vielen wärmenden Gerichten wie Porridge, Suppen, Eintöpfen und „Gewürzmilch“. (lächelt)

Apropos Milch: Die ayurvedische Ernährung ist ja nicht per se vegan …
Nein, gar nicht! Ich selbst koche ayurvedisch-vegan, klassischerweise arbeitet man aber im Ayurveda viel mit Ghee, Milch, auch mal mit Fleisch. Grundsätzlich wird eine „friedvolle“ Ernährung empfohlen, da man bereits im alten Indien annahm, dass wir die Emotionen oder Medikamentenrückstände, die ein Tier z.B. beim Aufwachsen oder Schlachten verinnerlicht hat, beim Verzehr ebenso internalisieren. In einer Zeit von Massentierhaltung ist es sinnvoll, sich (überwiegend) pflanzlich zu ernähren.

Welche Lebensmittel man zu sich nehmen sollte, hängt vom jeweiligen Konstitutionstypus ab, dem sogenannten „Dosha“. Was bedeutet das?
Wir alle haben alle drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) in uns. Bei jedem Menschen sind diese jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt und genau das macht auch unsere individuelle Konstitution aus. Daher wird man bei dem Konstitutionstest in meinem Buch sehr wahrscheinlich am Ende auch überall mal ein Kreuz gesetzt haben. Wichtig ist jedoch das Gesamtergebnis: Welches Dosha kommt bei mir am meisten vor und ist somit derzeit auch sehr dominant? Dies gilt es dann zu reduzieren, sodass der Körper und der Geist in ein natürliches Gleichgewicht kommen. (lächelt)

Stichwort Gleichgewicht! Beim Ayurveda ist das Ziel, eine innere Balance zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen.
Was kann abgesehen von einer angepassten Ernährung noch helfen? Die Art und Weise wie wir über unseren Körper denken, mit welchen Emotionen wir unser Essen zubereiten und wie wir essen, hat eine große Auswirkung auf unser Wohlbefinden. Ich sage immer gerne: „Man kann allen Grünkohl der Welt essen – wenn man sich selbst nicht mag und eine ungesunde Beziehung zum Essen hat, kommt man damit nicht weit.“ Daher lohnt es sich, die Verbindung mit dem eigenen Körper zu stärken. Besonders wertvoll ist es, regelmäßig Zeit in der Natur zu verbringen. Die Natur gibt uns oft sehr viel mehr, als man auf den ersten Blick meint.

Würdest du sagen, dass Ayurveda vor allem eine Option für Menschen ist, die ähnlich wie du MagenDarmprobleme haben?
Das Tolle im Ayurveda ist, dass jeder Mensch sehr individuell betrachtet wird. Dadurch ist die Ernährungsform für jeden Menschen geeignet – unabhängig davon, welche Vorlieben oder Beschwerden man hat. Wenn man ayurvedische Prinzipien berücksichtigt, werden viele Lebensmittel sehr viel bekömmlicher, was vor allem für Menschen mit gesundheitlichen Problemen von Vorteil ist.

Info: Anhaltende Magen-Darm- Probleme zwangen Katharina Döricht („Tasty Katy“) dazu, sich ausgiebig mit ihrer Ernährung zu beschäftigen. Vegan war schon einmal ein guter Anfang, eine ayurvedische Ernährung half ihr allerdings, ihre Verdauung endlich ins Gleichgewicht zu bringen. In ihrem neu erschienen Kochbuch „Modern Ayurveda – strahlend schön und gesund durch ganzheitliche Ernährung“ dreht sich somit alles um die vegan-ayurvedische Ernährung, inklusive Selbsttests, Tipps sowie köstliche pflanzliche Rezepte. Mehr Infos über Katharina findest du entweder auf ihrem Instagram-Channel @tastykaty oder auf ihrem Blog www.tastykaty.com.