Orient trifft Vegan: Serayi im Interview

Foto: Dora Janowska

Aromatisch, farbenfroh, köstlich: Die Küche des Morgenlandes wollen wir nicht missen. Wie sie vegan funktioniert, zeigt Kochbuchautorin Serayi in ihrem Werk „Orient trifft Vegan“.

Von: Susann Döhler

In der Redaktion war die Freude groß.Endlich ein vegan-orientalisches Kochbuch! Du verbindest zwei Küchen miteinander. Wie kam es dazu?
Vegan zu kochen bedeutet für mich nicht, mein kulturelles Essen aufzugeben. Ganz im Gegenteil! Fast alle Rezepte aus meinem Buch sind auf traditionelle Art und Weise zubereitet. Der Orient liebt Hülsenfrüchte, Nüsse, Früchte und Gemüse. Und genau das wollte ich nach außen tragen. Die Küche, mit der ich aufgewachsen bin, besteht nicht nur aus Döner und Falafel, sondern ist bunt, vielfältig und lecker.

Garam Masala, Kurkuma, Couscous, Tahin – einige Zutaten finden sich bereits
in gut sortieren Küchen hierzulande. Was fehlt deiner Meinung nach?

Wenn ich die Frage gestellt bekomme, welche Zutat absolut typisch für die orientalische Küche ist, kommt mir direkt hochwertiger Granatapfelsirup in den Sinn. Er peppt herzhafte Köfte auf, eignet sich für Dips, Dressings oder eine leckere Süßspeise. Eine Zutat, mit der jede Orient-Küche komplett ist. Allerdings muss man beim Kauf von Granatapfelsirup einen guten Blick auf die Zutatenliste werfen. Stehen Zucker, Konservierungsstoffe oder gar Aromen auf dem Etikett, am besten die Finger davon lassen. Der wahre Granatapfelsirup besteht aus der reifen Paradiesfrucht, die pur gepresst wird.

Es heißt ja, die Deutschen hätten keine Genusskultur. Stimmst du dem zu? Absolut nicht. Jedes Land hat seine eigenen, unglaublich leckeren Gerichte. Jede Küche
ist eine Bereicherung auf ihre ganz eigene Art und Weise. Meine Leidenschaft liegt
darin, die Vielfältigkeit der orientalischen Küche den Menschen näherzubringen. Dies
bedeutet aber nicht, dass ich jemals meine schwäbischen Linsen mit Spätzle von meinem Speiseplan streichen würde.

Für dein Buch hast du auch geliebte Kindheits-Klassiker veganisiert. Welche
hast du denn vermisst?

Auf jeden Fall Sucuk! Ich kenne niemanden, der Sucuk kennt und diese Wurst nicht liebt. Aber solche Kindheitsgerichte traurig vom Speiseplan zu streichen, war keine Option. Die Herausforderung, sie auch ohne Tier zuzubereiten, hingegen schon. Doch das Rezept hat es mit dem Lob „Schmeckt wie die selbstgemachte aus der Heimat“ ins Buch geschafft.

Lass uns ein wenig mehr eintauchen: Wie sieht für dich ein gelungenes orientalisches Abendessen aus?
Viele kleine bunte Schälchen mit Mustern und Ornamenten, gefüllt mit den unterschiedlichsten Mezzes: von gegrillter Auberginencreme über Hummus bis hin zu Salaten wie Kısır. Auch die würzige Rote-Linsen-Suppe darf nicht fehlen. In meinem Buch „Orient trifft vegan“ habe ich genau diese Rezepte alle zusammengefasst. Bestens geeignet für einen perfekten orientalischen Abend. Unter anderem lieben wir es, auf dem Boden sitzend zuessen. Dazu wird einfach eine Decke auf dem Boden ausgebreitet und das Essen daraufgestellt. Der Vorteil vom Essen auf dem Boden: Es ist immer genug Platz – egal, wie viele Gäste kommen. Eine schöne Art, seine Gastfreundschaft auszudrücken. Und zum krönenden Abschluss natürlich Tee. Die Länder des Orients lieben Tee. Es ist ein richtiger Kult. Egal ob Safran-Chai, schwarzer Cay aber auch Kahve. Für die perfekte Abrundung eines orientalischen Abends gibt es tolle Playlist-Musik auf YouTube. Da ist alles von persisch, türkisch, kurdisch oder arabisch dabei. Besonders gerne höre ich die Lieder der zwei Sängerinnen Elyanna und Inez.

Info:
Serayi ist sich sicher: Mit ihren Daal-Kofta-Linsenbällchen in Paprika-Curry-Sauce wickle man alle um den Finger. Auf ihrem Instagramprofil @orienttrifftvegan verzaubert sie regelmäßig ihre Follower*innen mit köstlichen Rezepten aus Fernost. Nun folgen ihr Kochbuch „Orient trifft vegan“ und bald soll auch ihr eigener Granatapfelsirup erhältlich sein. Für eine hochwertige, authentische und vegane Orientküche.

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