Mangold – das vergessene Gemüse

So bunt, so lecker, so vielfältig –  lange galt Mangold im deutschen Sprachraum als wichtigstes Gemüse überhaupt. Dann verdrängten ihn Spinat und Spargel. In letzter Zeit aber erlebt der einstige „Superstar“ der Küche ein verdientes Comeback …

 

Text-Auszug:

 

So schnell kann‘s gehen: Jemand setzt ein Gerücht in die Welt, und prompt ist auch der größte Star weg vom Fenster. Im 17. Jahrhundert gehörte Mangold hierzulande zu den beliebtesten Gemüsesorten überhaupt und blieb es bis zum Anfang des 20., doch dann lief ihm der Spinat den Rang ab. Vermutlich weil diesem auf Grund eines falsch gesetzten Kommas jahrzehntelang der Ruf vorauseilte, er sei besonders eisenreich. Der Comicheld Popeye, dem Spinat enorme Kräfte verleiht, tat sein Übriges, und so galt das Blattgemüse lange als Powerfood schlechthin, während Mangold den abwertenden Beinamen „Spargel des kleinen Mannes“ bekam und mehr und mehr von der Bildfläche verschwand. Warum nun plötzlich Spargel, dazu später mehr.

Spinat ist gesund, keine Frage, doch Mangold steht dem in nichts nach, im Gegenteil! Er ist sogar eiweißreicher und nahrhafter als sein bekannterer Bruder, mit dem er botanisch übrigens nicht verwandt ist. Stattdessen gehört er – wie die Zuckerrübe oder die Rote Bete – zur Familie der Fuchsschwanzgewächse.

Bereits vor rund 4000 Jahren soll Mangold an den Meeresküsten des Orients kultiviert worden sein, von wo aus er schließlich zu den alten Griechen und Römern gelangte und sich später in ganz Europa verbreitete. Auch als Zierpflanze war er beliebt, leuchten doch seine Stängel nicht nur weiß, sondern manchmal auch gelb, rosa oder rot.

 

Mangold ist ein recht anspruchsloses Gemüse. Zwischen April und Juni können die Samenknäuel in 3 cm Tiefe und im Abstand von ca. 40 cm ausgesät werden, möglichst an einem sonnenreichen Platz. Den Boden gut feucht halten! Aus jedem Knäuel entwickeln sich mehrere Pflanzen, von denen die stärksten verzogen, also umgesetzt werden, möglichst in einem Abstand von ca. 20 cm. Nach etwa sechs Wochen (Stiel-Mangold einige Wochen später) können die Blätter geerntet werden, der Mangold entwickelt

anschließend wieder neue. Wichtig ist, die Herzblätter nicht mit abzuernten! Im zweiten Jahr entwickelt die Pflanze zusätzlich zu den Blättern noch Blüten und neues Saatgut, das zum erneuten Anbau genutzt werden kann (…)

 

Den ganzen Artikel gibt’s in der August/September-Ausgabe 2013