Fruitporn: verbotene Früchte des Feminismus

Erdbeerporno

Standbild aus einem „Fruit Art“-Video von Stephanie Sarley

Foodporn ist ein alter Hut, der neueste Aufreger der Online-Gemeinschaft lautet Fruitporn: Obst zu streicheln war für den Geschmack mancher Instagram-User offenbar zu obszön, und so sperrte Instagram den Account von Stephanie Sarley, Künstlerin aus Oakland.

Hinter den kurzen Videos, in denen Sarley zugegeben zärtlich den Finger an und in Erdbeeren, Orangen oder auch Papayas legt, verbirgt sich jedoch weniger ein persönlicher Frucht-Fetisch, als vielmehr ein feministisches Statement:

„It’s important for me to portray that vaginas aren’t something to be ashamed of, protect, hide away, or control.“

Zu Deutsch: „Ich möchte aufzeigen, dass eine Vagina nichts ist, wofür man Scham empfinden, was man abschirmen, verstecken oder im Zaum halten sollte“, so Sarley.

Und ja, die Ähnlichkeit zwischen dem weiblichen Genital und so einer halbierten Erdbeere, die den Blick in ihr süßes Innerstes freigibt und sich vom Finger der Künstlerin liebkosen lässt, wird in den Videos und Fotografien Sarleys offensichtlich – und das ist schon ziemlich sexy.

Ihre Videos und Animationen spielten mit Humor und Absurdität, um für mehr Akzeptanz der weiblichen Sexualität zu sorgen, erläutert die Künstlerin. Doch während ihre große Menge an Fans und Followern begeistert ist, sah sich Sarley auch zahlreichen Anfeindungen und sexueller Belästigung ausgesetzt. In Foren sogenannter Männerrechtsaktivisten entpuppte sich die Ablehnung Sarleys fruchtiger Darstellung der weiblichen Sexualität gar als rigoroser Ekel und Aversion.

Instagram immerhin hat, nachdem Sarley gegen die Sperrung ihres Accounts wegen „sexuell zweideutigem Inhalt“ protestierte, die feministische Künstlerin wieder entblockt – wenn wohl auch nicht mehr jedes ihrer Bilder verfügbar ist.

Wir hingegen holen uns jetzt auf jeden Fall ein Schälchen Erdbeeren.