VEGGIE-Mum 2.0: „Is‘ mia (nicht) wurscht“

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Aus dem Leben einer veganen Mutter

 

Aufgereiht wie die Spatzen auf dem Dach sitzen 18 Kinder am Frühstückstisch im Kindergarten. Vor ihnen ihre Brotdosen. Manche sind mit Disney-Figuren bemalt, manche sind personalisiert, andere ganz oldschool aus Emaille. Aber alle sind sie bunt. Zumindest von außen.
Nach einigen Wochen der Euphorie seitens meiner Tochter in Bezug auf den neuen Kindergarten (sie hat mich am zweiten Tag einfach zur Tür rausgeschoben), kam dann doch der Blues. Und zwar ziemlich heftig. Jeden Morgen habe ich meine liebe Mühe, einigermaßen rechtzeitig am Schreibtisch zu sitzen. Sie lässt mich einfach nicht gehen. Punkt.

Ich schmiede mit der Erzieherin einen Plan. Mehr ist es ein Versuch: Wir schlagen meiner Tochter vor, dass ich am Frühstück teilnehme und danach aber wirklich, wirklich gehen muss. Sie begreift sofort, dass sie a) das einzige Kind ist, dass seine Mama ein bisschen länger für sich haben darf und b) der Vorschlag besser ist als nichts. So sitze ich also etwa 20 Minuten lang eng neben meiner Tochter auf einer Zwergenbank und schaue den kauenden, krümelnden und lachenden Kids zu. Mein Blick bleibt am Inhalt der Pausenboxen der anderen Kinder hängen. Darin ist zuallermeist Brot mit Käse zu finden. Ein Junge hat eine Art Bio-Bifi dabei – soviel zum Stichwort vegetarischer Kindergarten – ein Mädchen ein Fladenbrot.


Ich selbst gebe mir dank allmorgendlichen Zeitdrucks auch nicht unbedingt die größte Mühe, was die Zusammenstellung des zweiten Frühstücks anbelangt, aber lieblos ist es trotzdem nicht. Bin ich eine der wenigen Mütter, die nach dem Motto „Du bist, was du isst“ lebt und sorgt? Mag sein, dass das, was jetzt kommt, ganz stark nach Eigenlob stinkt: Wenn mein Kind sich im Supermarkt aka Bioladen etwas aussucht ist es meist ein Apfel oder ein Obstriegel. Convienence Food kennt es überhaupt nicht.
Freue ich mich zu früh und als Teenie wird meine Tochter provozierenderweise alles ungesunde Zeug nur so in sich hineinstopfen? Vielleicht aber auch nicht und ich kann sagen: Meine Erziehung bzw. mein Vorleben macht alles richtig.

 

Der Inhalt unserer Pausenbox sieht übrigens oft wie folgt aus:

 

– 1 Scheibe Brot mit Avocado und Sesam
– 1 Handvoll Cashewkerne oder andere Nüsse
– 3 Scheiben Gurken
– Kokos-Chips
– 1 Apfel
– 2-3 getrocknete Mangostücke

 

 

Kim Schumacher ist Mutter einer fünfjährigen Tochter und lebt seit 2013 vegan. Sie ist Volontärin des Veggie Journals und berichtet regelmäßig aus ihrem veganen Familienalltag. Gemeinsam mit Tochter und Hündin lebt Schumacher in München.