VEGGIE-Mum 2.0 „Fishing for compliments“

Zeichnung_Mama_Tochter_Hund

 

Aus dem Leben einer veganen Mutter

 

294 Likes hat mein Post bei Facebook bekommen. Keiner meiner Posts zuvor – und auch danach – hat jemals so viel Anklang gefunden. Das sei ja nur fishing for compliments, meint ein Freund. „I wo!“, sage ich. Worum geht es eigentlich? Ach ja, um Mutterstolz:

 

Eines verregneten Nachmittags stiefeln meine Tochter und ich Hand in Hand zum Altpapiercontainer, als sie auf einmal zu mir sagte: „Mama, ich möchte ein Bild von einer traurigen Kuh malen und du sollst dann dazu schreiben, dass man keinen Käse essen darf. Und auch keine Eier und keine Milch. Und dann müssen wir das den anderen Menschen geben, damit die das auch wissen.“ Kurz war ich sprachlos und ob es der Regen war oder eine kleine Freudenträne, die sich den Weg an meiner Wange hinab bahnte, wusste ich auch nicht genau. Jedenfalls habe ich mich hingekniet und diesen kleinen Menschen feste gedrückt. Und weil ich nicht umsonst eine VEGGIE-Mum 2.0 bin, habe ich diese kleine Gegebenheit bei Facebook in der Gruppe „Veganes Zeitalter“ gepostet und eben besagte Like-Anzahl geerntet.

 

Viel wichtiger als der Zuspruch via Facebook, ist aber die Tatsache, dass mein Vorleben als Mutter funktioniert und Früchte trägt. Mit vier Jahren versteht meine Tochter schon viel mehr, als so mancher Erwachsener. Und das ist es, was mich stolz macht, nicht etwa die Likes völlig fremder Menschen. Posten musste ich es natürlich trotzdem …

 

 

Kim Schumacher ist Mutter einer vierjährigen Tochter und lebt seit 2013 vegan. Sie ist Volontärin des Veggie Journals und übernimmt den Montagspart unserer Redaktionskolumne. Gemeinsam mit Tochter und Hündin lebt Schumacher in München.