Vegan Ayurveda: „Tasty Katy” im Interview

Foto: Verena Kathrein

Ein starker Körper? Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung! Katharina Döricht („Tasty Katy“) setzt dabei auf vegane Ayurveda Gerichte. Wir sprechen mit ihr über Konstitutionstypen, wohltuende Gewürze und eine nachhaltige Küche.


Autorin: Susann Döhler

Du hast ungesunde, aber beliebte Klassiker vegan-ayurvedisch-gesund interpretiert und nachgekocht. Nach welchen Prinzipien bist du vorgegangen?

Da ich in der Vergangenheit viele gesundheitliche Beschwerden hatte und unter anderem durch eine Ernährungsumstellung gesund geworden bin, sind in dem Buch vor allem Rezepte enthalten, die entzündungshemmend, leicht verdaulich und bekömmlich sind. Hier geht es mir vor allem darum, dass diese Art von Ernährung nicht Verzicht bedeutet.

Bei deinen Rezepten ist z.B. auch eine köstliche Lasagne dabei. Wie unterscheidet sich diese zur klassischen Variante?

Es sind keine tierischen Produkte enthalten, die Lasagne ist außerdem noch glutenfrei und besteht aus lauter natürlichen Zutaten. Dadurch ist sie leichter verdaulich und man fühlt sich nach dem Essen nicht so schwer und träge.

Ghee etwa ist aus der ayurvedischen Küche kaum wegzudenken. Welche vegane Alternative nimmst du?

Das stimmt. Allerdings ist Ayurveda 5000 Jahre alt und ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, viele Dinge zu hinterfragen und auch dem modernen Leben anzupassen. Im Ayurveda wird auch empfohlen, nur Milch mit der besten Qualität zu beziehen. In Zeiten von Massentierhaltung ist das meiner Ansicht nach schwierig. Vegane Alternativen zu Ghee sind hier hochwertige Öle wie Sesam- und Olivenöl.

Welchen Stellenwert haben Gewürze in deinen vegan-ayurvedischen Rezepten?

Sie bringen Geschmack in die Gerichte, dadurch benötigt man weniger Salz, und zum anderen haben sie auch eine therapeutische Wirkung. Jedes Gewürz hat unterschiedliche Eigenschaften. So ist z.B. Kurkuma entzündungshemmend und Kreuzkümmel hat eine entblähende und entkrampfende Wirkung.

Vata, Pitta, Kapha – es gibt unterschiedliche Bodytypen
im Ayurveda. Wie wirkt sich Essen auf die unterschiedlichen Konsitutionstypen aus?

Wir alle sind individuell. So darf auch unsere Ernährung individuell sein. Jemand der viel Vata in sich trägt, neigt schnell mal zu Verdauungsbeschwerden und zum Frieren. Hier ist es wichtig, mehr warm und gekocht zu essen. Ein eher feuriger Typ mit viel Pitta verträgt oft etwas mehr Rohkost und sollte darauf achten, nicht zu viel scharf zu essen, um die innere Wärme nicht noch mehr zu provozieren. Menschen mit viel Kapha, die schnell mal zur Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen neigen, sollten darauf achten, genügend Gemüse, etwas Schärfe und wenig fettige und süße Speisen zu sich zu nehmen.

Wie finde ich am besten heraus, welcher Ayurveda-Typ ich bin? Und woher weiß ich, welche Gerichte für mich wohltuend sind?

Um genau herauszufinden welcher Konstitutionstyp man ist, sollte man zu einem Ayurveda-Arzt oder -Ärztin gehen. Dosha-Tests im Internet können aber auch einen ersten Eindruck geben. Das Ziel ist es immer einen Zugang zum eigenen Körper zu finden und zu spüren, was einem gut tut und was man eher meiden sollte. Daher kann ich nur empfehlen, einmal ganz bewusst auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören. Da wir ein Teil der Natur sind, gilt für uns alle, dass wir natürliche Lebensmittel in unserer Ernährung bevorzugen sollten.

Was würdest du jemandem raten, der gesünder leben will, aber nicht weiß, wo er anfangen soll?

Ich empfehle immer gerne, sich selbst einmal die Frage zu stellen: Was nährt mich und was kann ich Gutes in mein Leben hinzufügen? Bei einem gesunden Lebensstil denken die meisten Menschen oft zuerst an den Verzicht. Dabei geht es vor allem darum, gesunde Dinge hinzuzufügen. Das kann eine Extraportion Gemüse beim Essen sein, ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft oder auch eine Atemübung.

INFO:
Eine ayurvedische, fernöstliche Küche mit regionalen Zutaten?
Das gelingt! „Ayurveda kann man überall leben, ganz egal wo man ist. Saisonale und regionale Lebensmittel spielen im Ayurveda eine große Rolle und werden auch empfohlen”, erklärt die ganzheitliche ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Katharina Döricht ( „Tasty Katy“). Sie gibt deutschlandweit Kochkurse und Workshops zum Thema Ayurveda, Darmgesundheit und pflanzliche Ernährung. In ihrem neuen Kochbuch „Vegan Ayurveda” richtet sie sich an alle Menschen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten. Wohltuend, schlicht, köstlich!

Mehr Infos findest du unter
tastykaty.de

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