Veganer Lifestlye auf dem Vormarsch

Pflanzliche Kost arbeitet sich immer stärker in die Mitte der Gesellschaft vor. Das belegt unter anderem ein neuer Bericht des Good Food Institute Europe über Absatzzahlen auf dem europäischen Markt. Ein kleiner Einblick …

Autorin: Jacqueline Floßmann

Symbolbild – Fotocredit: pexels-tima-miroshnichenko

Weg vom Nischenprodukt – so kann man den kontinuierlichen Weg beschreiben, den vegane Produkte und Ersatzprodukte schon seit längerem nehmen. Das ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit, die sich aus eigenen Erfahrungen, Beobachtungen des Angebots in Supermärkten und Discoun- tern oder den Entwicklungen auf deut- schen Speisekarten zusammensetzt, son- dern ebenso ein statistisch belegbarer Fakt.

Vor kurzem veröffentlichte etwa das Good Food Institute Europe auf Basis neuer Ein- zelhandelsdaten des Marktforschungsun- ternehmens NielsenIQ eine Analyse der Entwicklung des europäischen Lebensmit- telmarktes im Bereich veganer Produkte. Im Zentrum der Betrachtungen standen die Länder Österreich, Belgien, Däne- mark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien.

Die Auswertungen ergaben, dass die Ver- käufe veganer Lebensmittel zwischen 2020 und 2022 in den untersuchten Ländern insgesamt um ganze 21 Prozent ange- stiegen sind und im Jahr 2022 einen Re- kordumsatz von 5,8 Milliarden Euro erreicht haben. Den größten Anteil daran haben Milchersatzprodukte. Sie stehen mit 38 Prozent vom Gesamtumsatz an der Spitze der verkauften pflanzlichen Waren, dicht gefolgt von Fleischersatzprodukten, die 35 Prozent ausmachen. Den kleinsten Beitrag leistet mit bisher 1 Prozent Marktanteil veganes Seafood, jedoch muss hier auch konstatiert werden, dass dieser Sektor in den letzten zwei bis drei Jahren ein Wachstumsplus von unglaublichen 326 Prozent verzeichnen konnte.

Hinzu kommt, dass dieses Wachstum in den letzten zwei Jahren trotz zahlreicher Krisen wie dem Ukraine-Krieg und der da- mit verbundenen Inflation stattgefunden hat – im Gegensatz zum Absatz tierischer Produkte. Dieser ist fast flächendeckend zurückgegangen. In Deutschland entwi- ckelt sich der vegane Lebensmittelsektor am schnellsten – die Umsätze hierzulande sind die höchsten in ganz Europa. Zwi- schen 2020 und 2022 ist der Markt um 42 Prozent gewachsen. Am stärksten zugenommen haben die Umsätze in den Bereichen Fischersatz, Fertiggerichte, Sahneprodukte und Desserts.

Die sich aus dem Bericht ergebende Ent- wicklung und auch Perspektive erweist sich als sehr vielversprechend, beweist sie doch, dass der Markt veganer Lebensmittel kontinuierlich bis sprunghaft wächst, die Bandbreite an pflanzlichen Artikeln und Neueinführungen größer wird, das Ange- bot umfangreicher und diverser. Nicht nur kleine, innovative Start-ups bespielen das Feld, auch große Firmen mit den entspre- chenden finanziellen Möglichkeiten sprin- gen auf den Zug auf und launchen vegane Produktlinien, die teilweise sogar mehr Umsatz verzeichnen als ihre herkömmliche Lebensmittelpaletten.

Diese Tendenz führt unter anderem zu er- höhter Konkurrenz, die sprichwörtlich das Geschäft belebt und im Ergebnis für mehr Forschung und eine schnellere Entwicklung im Lebensmitteldesign sorgen dürfte. Das wiederum hat zur Folge, dass das Angebot immer fortschrittlicher und besser wird und vegane Produkte bezüglich Geschmack und Preis immer leichter mit tierischen Artikeln mithalten können, und so mit Sicherheit auch immer mehr Flexitarier*innen und Omnivor*innen zu überzeugen können. Um diese Entwicklung weiter zu pushen, fordert beispielsweise ProVeg mit der Kampagne „0 % fürs Klima“, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Produkte auf 0 Prozent zu senken, um sie noch günstiger und einfacher für alle zugänglich zu machen. Die jüngste Analyse des Good Food Institutes zeichnet einen willkommenen Aufwärtstrend nach – und ein Ende ist bisher glücklicherweise nicht in Sicht.

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