Vegan in der WG: Wie gut funktioniert das?

Vegan in der WG
Vegan in der WG_Solvejg Klein
Solvejg Klein

 

Name: Solvejg Klein
Wohnort: Wuppertal
Vegane WG: Ja, mittlerweile.
Mitbewohner: Oliver Pak (mittlerweile Ehemann)
Alter: 31 (Solvejg) und 35 (Oliver)
Quadratmeter: 80 (inkl. Terrasse)

Wie kam eure WG zustande?
Ich hatte 2014 durch einige unglückliche Zufälle meine Wohnung abgeben müssen
und noch keine neue gefunden – deswegen kam ich (geplant vorübergehend) bei
Oliver unter. Mittlerweile sind wir seit zwei Jahren verheiratet und haben vor
knapp drei Jahren ein Unternehmen für vegane Pralinen gegründet.

Erst Fleisch brutzeln, dann Tofu anbraten: Ist das für dich in Ordnung?
Als seit einigen Jahren überzeugte Veganerin kam für mich Fleisch nicht infrage und
Oliver zog, nachdem er sich genauer informierte und dank meiner überzeugenden
Kochkünste mit. (lacht)

Wie viel Geld gebt ihr im Monat für Essen aus?
Pro Monat geben wir für uns vier (inklusive Hunde) zusammen ungefähr 500 € für
Lebensmittel/Essengehen aus, fast alles bio.

Kocht ihr zusammen?
Oliver hat sich jetzt „Hier kocht Alex“ besorgt, um mich in der Küche mal ab-
zulösen. Als ehemalige Küchenchefin kümmere ich mich meist um das Kochen,
Oliver schnippelt aber fleißig Gemüse mit.

Habt ihr euch schon mal in puncto veganer Lebensstil gestritten?
Tatsächlich haben wir uns nie wegen der veganen Ernährung gestritten. Wir hatten angeregte Diskussionen bezüglich der Qualität der Lebensmittel (bio statt konventionell), aber nachdem Oliver die Hintergründe der veganen Lebensweise erkannt und verstanden
hatte (was sehr schnell ging und nur ein paar Wochen dauerte), lief alles immer
ohne Probleme.

Habt ihr Haustiere? Wenn ja, sind die vegan?
Ja, wir haben zwei ehemalige Straßenhunde, Aris und Flora, adoptiert, die beide
vegan ernährt werden, seitdem sie bei uns leben. Das hat auch prima geklappt und
der Tierarzt ist von den tollen Blutwerten ganz begeistert.

Hast du schon mal negative Erfahrungen in einer gemischten WG gemacht?
Ja, das habe ich tatsächlich, es gab dort z.B. Diskussionen, wenn in der Vegan-Pfanne Fleisch gebraten wurde oder wenn jemand rohes Fleisch einfach
so in den Kühlschrank gelegt hat.

Dein*e Horror-Mitbewohner*in?
Oliver hat vorher nie wirklich in einer WG gelebt, ich aber habe schon ein paar
schrullige Menschen kennengelernt, die z.B. beim Auszug auch die Sachen
der anderen mitgenommen haben. Aber nichts, was in den Bereich Horror fällt.
Vermutlich wäre ein unintelligenter und gefühlloser Mensch für uns beide Horror.
Da man diese aber meist schnell erkennt, zieht man erst gar nicht zusammen.

Dein*e Lieblings-Mitbewohner*in?
Ich würde manchmal gerne mit einem begabten Koch zusammen wohnen, da-
mit ich nicht immer kochen muss, vor allem wenn auf der Arbeit viel zu tun ist.
Oliver hätte manchmal vermutlich gerne eine Mitbewohnerin, die ordentlicher ist
– aber das sind für uns beide nur kleine Kompromisse.

Wer ist der/die Unordentlichste von euch?
Haha, auf den ersten Blick vermutlich ich, wobei ich als kreativer Mensch ein-
fach ein alternatives Ablagesystem habe. Oliver braucht die Ordnung sehr viel
mehr und die ersten Wochen waren teilweise nicht einfach. Mittlerweile hat sich
das aber eingependelt. Ich habe meine Putz- und Aufräum-Anfälle und Oliver
hat aufgehört, beim Aufräumen Sachen „irgendwohin“ zu tun. Wir haben aber
die letzten Jahre sehr viel ausgemistet, dadurch haben langsam all die wichtigen Dinge ihren Platz.

Ein typischer WG-Sonntag?
Das ist echt mega-unterschiedlich. Unser Traum-Sonntag beginnt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück im Sonnenschein auf der Terrasse, damit wir frisch gestärkt mit den Hunden wandern gehen können. In der Realität haben wir an den Wochenenden aber häufig Messen und sind deswegen unterwegs. In der Hauptsaison sind die Montage unsere Sonntage. Da schlafen wir definitiv aus, kümmern uns etwas um den Haus-
halt und gammeln mal mit einem Buch oder Film rum oder kuscheln viel mit
den Hunden.

Eure WG in fünf Worten:
Kuddelmuddel. Gemütlich. Abwechslungsreich. Haarig. Schmackofatzig.