„Orient trifft Fit” – Autorin Serayi im Interview

Kulinarische Genüsse aus dem Orient sprechen alle Sinne an. Wie dies zudem auch gesund gelingt, zeigt Spiegel-Bestseller-Autorin Serayi in ihrem neuen Kochbuch „Orient trifft Fit“. Wir sprechen mit ihr über chronische Krankheiten, Gewichtsverlust und orientalische Gaumenfreuden.

Autorin: Susann Döhler

Du teilst ein Stück Lebensgeschichte in dem Buch, gibst einen sehr privaten Einblick, und die Rezepte sind vollgespickt mit Erfahrungswerten sowie hilfreichen Tipps und Inspirationen. Wie erging es dir während des Schreibens?
Ich schrieb schon immer gerne. Ich liebe es, mein Inneres in Schriftform zu äußern und bin stets dankbar, wenn meine Worte Anklang in den Herzen meiner Leser*innen finden. Meine beiden Kochbücher sind für mich nicht irgendwelche Kochbücher, jedes beinhaltet eine ganz eigene Geschichte. Und so ist es für mich mit jedem einzelnen Rezept! Wenn ich z.B. an Sucuk denke, verbinde ich damit das familiäre Beisammensitzen am Frühstückstisch. Darüber schreibe ich, sodass der Leser das Gefühl bekommt, direkt daneben zu sitzen.

Lass uns über deinen Buchtitel sprechen: Was bedeutet „fit“ für dich?
Für mich stand der Titel sofort fest. Ich wollte zeigen, dass man orientalische Küche kreativ, traditionell und gesund gestalten kann. Auf meiner Reise zur 40-Kilo-Abnahme lag mein Fokus darauf, mich in erster Linie fitter zu fühlen. Also gesünder, stärker und mit mehr Energie. Somit kreierte ich für mich selbst Rezepte, die frei von industriellem Zucker und voller natürlicher Proteine, Ballaststoffe und Vitamine waren. Mein Herz machte Luftsprünge, als mein Baklava-Cheescake-Glas mir sogar besser geschmeckt hatte, als das herkömmliche, mit Zuckersirup getränkte Baklava. Und so entstand der Name „Orient trifft Fit“. Weil die orientalische Küche auch FIT kann!

Was war denn der Auslöser für deine Umstellung auf eine gesunde Küche?
In meinem Körper wurde damals eine chronische Entzündung diagnostiziert. Ich hatte Schmerzen in den Beinen. Mir schossen jedes Mal Tränen in die Augen, wenn ich eine Treppe hinaufsteigen musste. Und das in einem so jungen Alter! Der Arzt meinte, die Krankheit sei unheilbar. Man könne nichts machen und Diäten würden alles nur verschlimmern. Seine Aussage zu akzeptieren, war für mich keine Option. Ich wollte handeln. So beschäftigte ich mich eingehend mit dem Thema Ernährung und begriff ziemlich schnell: Ich will meinen Körper mit einer bewussten Ernährung stärken! Und das ohne Abstriche beim Geschmack machen zu müssen. Das hieß, ich musste die Rezepte neu interpretieren.

Deinen Papa hast du ebenfalls von deiner pflanzlichen Küche überzeugt, seine Gesundheit hat sich dadurch immens verbessert. Erzähl mal uns bitte diese Geschichte. Wie geht es ihm heute? Macht er noch weiter?
„Baba, schenk mir einen Monat und wir machen eine Fit-und-vegan-Challenge“, waren meine Worte an Baba, als er eines Abends nach Hause kam, ihm wieder schwarz vor Augen war und er sich hinlegte. Diagnose: Diabetes Typ 2. Ich wollte helfen, vor allem weil Volkskrankheiten wie Diabetes Typ 2 oftmals ernährungsbedingt sind. Ich habe ihn einen Monat lang mit den leckersten veganen Gerichten aus dem zweiten Kochbuch bekocht. Wir suchten nach der Challenge seinen Hausarzt auf und ließen eine Blutuntersuchung durchführen. Die Werte waren so gut wie noch nie. Der Arzt war überrascht, wie sich innerhalb so kurzer Zeit Babas Zustand so verbessern konnte. Baba hatte abgenommen, fühlte sich fitter und konnte eins von zwei ihm verschriebenen Medikamenten absetzen. Er ernährt sich heute zwar nicht vegan, ist aber absolut überzeugt, dass eine vegane Challenge seinem Körper immer wieder guttun würde.

Viele, die sich vollwertig ernähren möchten, verzichten ja auf Zucker und achten auf die Menge an Fett und Kohlenhydraten. In deinem Buch kommen sowohl herzhafte als auch süße Speisen vor. Wonach wählst du deine Zutaten aus?
Ich versuche immer, eine Balance aus zuckerfrei, protein- und vitaminreich zu halten. Mal sind es vollwertige Kohlenhydrate, die mit einem eiweißhaltigem Rezept kombiniert werden können, mal Naschereien, die zeigen, wie lecker natürliche Süße aus Früchten in einem Brownie sein kann. Ich achte beim Kochen ungern auf Zahlen, sondern vielmehr auf die bewusste Leichtigkeit und Zusammensetzung. Für alle, die sich aber doch an genauen Mengen von Fett und Kohlenhydraten orientieren wollen, habe ich mir eine Lösung überlegt: Im hinteren Teil des Buches gibt es einen QR-Code zum Abscannen von Nährwerten und Kalorienangaben. Die Rezeptseiten sind frei davon.

Wo bekommt man die Zutaten für deine Gerichte?
Da ich keine Schnickschnackzutaten verwende, in jedem großen oder orientalischen
Supermarkt. Frisches Gemüse, Hülsenfrüchte usw. gibt es fast überall. Allerdings
gibt es ein paar Must-have-Gewürze, die ich jedem ans Herz legen kann. So schmeckt das Essen erst richtig gut! Die zu den Kochbüchern passenden Gewürze gibt auf meiner Webseite zu bestellen.

Lass uns noch über mentales Futter reden: Was oder wer inspiriert dich?
Am meisten das „Alte“, das Traditionelle. Die Verarbeitung und Wertschätzung hinter den Zutaten. Ich könnte Omis aus unseren Heimatdörfern stundenlang dabei zusehen, wie sie mit ihren Händen Knoblauch in einem Mörser stampfen. Wie sie selbst frische Brote für das ganze Dorf backen. Dieses Bodenständige, mit einfachen Zutaten so viel Geschmack zu erreichen, das inspiriert mich sehr.

Was möchtest du mit deinem Buch erreichen?
Menschen inspirieren, sich bewusster zu ernähren. Ihnen zeigen, wie vielfältig, nachhaltig und einfach vegan und orientalisch sein kann. Für die Tiere, für die Umwelt und für das eigene Wohlbefinden. Viele Menschen stellen sich die Kombination aus vegan, orientalisch, gesund und zuckerfrei nahezu unmöglich vor. Mit über 84 Rezepten, hinter denen ich mit ganzem Herzen stehe, zeige ich, dass es nicht nur machbar, sondern unglaublich lecker ist!

INFO:
Die Erfolgsautorin Serayi legt nach: Mit „Orient trifft Fit“ bringt sie ein Kochbuch mit allerlei vollwertigen, orientalischen Rezepte ohne Industriezucker heraus. Eine Leseempfehlung für alle, die sich bewusster ernähren wollen, die Orientküche lieben und Lust auf eine Menge hilfreicher Tipps und persönlicher Geschichten haben. Das Kochbuch erscheint am 22. Mai 2022. Auf den folgenden Seiten findest du bereits vier Rezepte daraus.

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