Kate Nash: „Zwangsneurosen machten mich zum Veggie!“

 

Sich verbiegen lassen? Nein danke! Die britische Sängerin über Selbstbewusstsein, Cheeseburger und ihr Kaninchen Fluffy …

 

Text-Auszug:

 

Als Fräuleinwunder des Pop wurde Kate Nash für ihren zuckersüßen Sound, die frechen Texte und den charmanten Brit-Akzent gefeiert, als sie 2007 auf der Bildfläche erschien.

Sechs Jahre später ist manch einer irritiert ob der wütend-rauen Töne, die da plötzlich aus dem immer noch höchst sympathischen Mädchen heraussprudeln. Zum Interview in der Seiten-Bar des Münchner Ampere erscheint die Vegetarierin nahezu ungeschminkt im weiten roten Pulli. Sie schlägt ernste Töne an, verzieht angewidert das Gesicht, als es um die Fleischindustrie geht, bekommt aber auch strahlende Augen, wenn die Sprache auf ihr geliebtes Zwergkaninchen Fluffy kommt …

 

Man könnte sagen, es macht eine Künstlerin interessant, wenn sie verschiedene Facetten zeigt und sich weiterentwickelt. Viele nehmen dir deinen Stilwechsel aber übel. Verletzt das?

Ganz ehrlich? Das ist mir mittlerweile scheißegal. Glücklicherweise kann ich von dem leben, was ich liebe, aber mir geht es nicht darum, andere mit meiner Musik zufriedenzustellen. Ich habe eh das Gefühl, dass vor allem Journalisten mit meinem neuen Sound ein Problem haben. Die meisten Fans sind mir treu geblieben. Besonders die deutschen mögen es sogar ganz gern, wenn man zeigt, wie man sich verändert hat, habe ich das Gefühl.

 

Was hat sich denn bei dir getan?

Ich bin nicht mehr so naiv, habe gemerkt, dass ich nicht mehr jedem trauen kann. Mein Album „Girl Talk“ handelt von einer echt stressigen, schwierigen Phase meines Lebens, in der ich verletzt wurde, wütend oder traurig war. In dieser Zeit habe ich gelernt, es nicht mehr allen recht machen zu wollen. Nur wer sich selbst liebt, kann auch gut zu anderen sein.

 

Das versuchst du, auch anderen Mädchen zu vermitteln, nicht wahr? Du bist für viele ein Vorbild.

Das ist wirklich schön zu wissen. Ich freue mich riesig über Post. Viele meiner Fans sind untereinander vernetzt, auch solche aus unterschiedlichen Ländern. Einmal bekam ich zum Beispiel ein ganzes Buch mit Fan-Briefen, das sie mir zusammengestellt haben und in dem sich einige wirklich berührende Geschichten fanden. Manche meiner größten Fans kenne ich auch mit Namen. Ein Mädchen aus Polen, Maria, kam zum Beispiel zu einer Show hier in Deutschland, um sich mit deutschen Fans zu treffen, Valerie und noch ein paar anderen. Und heute Abend kommt Lisa. Sie sind alle so süß, und es ist schön zu wissen, dass sie durch mich zusammengekommen sind.

 

 

Vermutlich wissen sie zu schätzen, dass sie dir so wichtig sind …

Ich bin keine unerreichbare Beauty-Queen, sondern trete im Grunde sehr normal auf. So erreiche ich letztlich mehr. Als jemand, der in der Öffentlichkeit steht, habe ich eine Verant-wortung, dessen bin ich mir sehr bewusst. Man kann es nicht oft genug sagen, dass man sich selbst treu bleiben und für niemanden komplett verbiegen sollte. Gerade Mädchen tun das leider doch noch häufig.

 

Du arbeitest für das Projekt „Plan USA: Protect A Girl“ …

Ja, ich habe zum Beispiel in Ghana einen kleinen Ort besucht,Hohoe. Wir sprachen mit Stammesältesten und Schulleitern und ermutigten Mädchen, sich weiterzubilden, sprachen mit ihnen über Sexismus, sexuelle Gewalt, Gleichberechtigung … Es war so inspirierend zu sehen, wie bodenständig und bescheiden die Mädchen dort waren – aber auch willens, etwas zu verändern. In unserem Programm „Girls Making Media“ lernen sie zum Beispiel, mit Technik umzugehen, sie interviewen Dorfbewohner, berichten darüber … Es ist ein toller Erfolg zu hören, wenn ein Mädchen sich dann z.B. wünscht, Journalistin zu werden. Oder dass ein Junge sagt, er wolle seinen Eltern beibringen, dass auch Mädchen Karriere machen dürfen. Ich bin sehr froh über die Erfahrungen, die ich in Afrika machen durfte. Reisen bringt einen persönlich weiter. (…)

 

 

Den ganzen Artikel gibt’s in der Dezember/Januar-Ausgabe 2013 ab Seite 14!