Food meets Art: FOODLYdoodlyDOO im Interview

Foto FOODLYdoodlyDOO

Schnippeln, formen, filmen: FOODLYdoodlyDoo verbindet vegane Lebensmittel und Kunst miteinander und präsentiert veganes Essen in ungewohnten Szenen. Wir sprechen mit dem Künstlerpaar Jan und Ellen Prerovsky über visuelle Reize, Humor und eine Kiste voller Papierschnipsel.

Autorin: Susann Döhler

Wie würdet ihr euren Kunst-Stil beschreiben?
„So was habe ich noch nie gesehen!“, „Einfach einmalig!“, „Innovativ, kreativ und frisch!“ Das sind die Reaktionen, welche wir auf unsere Arbeit erhalten. Und das ist es, was wir erreichen wollen: gewöhnliche Dinge auf ungewöhnliche Art und Weise in Szene setzen.

Mit eurer Foto- und Filmproduktion arbeitet ihr seit Jahren für verschiedenste Kunden aus der Food-Industrie. Was ist hier anders? Mit FOODLYdoodlyDoo wollen wir eine ganz neue Sichtweise kreieren, einen „New Look for Vegan Food“. Wohin uns die Reise noch führen wird, wissen wir nicht, aber Hauptsache ist: Wir tun, was wir lieben!

Gemüse hat immer noch ein Imageproblem. Was beeindruckt euch am meisten an den „Veggies“?
Das ist wirklich schade. Für Gemüse gibt es eben keine Multimillionen-Euro-Marketing-Budgets wie für Limonade und Fast Food. Deshalb versuchen wir mit unserer Arbeit, wenigstens einen kleinen Beitrag zu leisten, um Gemüse an seinen rechtmäßigen Platz zu stellen: in den Mittelpunkt bzw. auf die „Center Stage“. Denn Gemüse an sich ist wirklich faszinierend! Die schiere Vielfalt an Sorten, Farben und Formen haben schon lange vor uns viele Generationen an Künstler*innen inspiriert. Und da sprechen wir nur über die visuellen Reize und nicht einmal über den Geschmack, die Nähr- und Ballaststoffe und die gesundheitlichen Aspekte …

Woran hakt es eurer Meinung nach?
Gemüse wird „üblicherweise“ in unserem Kulturraum leider noch als Beilage verstanden. Was an sich schon recht absurd ist, wenn man bedenkt, dass eine rein fleischliche Ernährung medizinisch als gefährlich eingestuft wird, wohingegen eine rein pflanzliche Kost die Basis für eine gesunde und ausgewogene Ernährung bildet …

Warum verwendet ihr keine tierischen Produkte?
Wir sind beide sehr neugierig und aufgeschlossen gegenüber Neuem. Schon vor Jahren sprachen Bekannte von uns über die Vorteile der veganen Lebensweise. Daraufhin haben wir etwas recherchiert und kamen zu dem Schluss, dass eine rein pflanzliche Ernährung die einzig vernünftige Entscheidung ist. Wenn man etwas gegen die Klimakatastrophe tun will, so ist der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung der schnellste und effektivste Beitrag, den jede*r von uns sofort und ohne Einschränkungen leisten kann. Der persönliche Gewinn auf der anderen Seite ist gigantisch! Wir haben uns nie besser und fitter gefühlt als jetzt! Der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung war die beste Entscheidung.

Ein Strand aus Blumenkohl, Körper aus Salat und Auberginen, ein Tannenbaum aus Rosmarin: Lasst uns am Entstehungsprozess teilhaben: Wie geht ihr vor?
Meistens beginnen wir mit dem Produkt bzw. Rezept an sich, recherchieren und erarbeiten ein Konzept, das dazu passt. Alles wird vorab bis ins letzte Detail geplant und dann auf ein Storyboard übertragen, bevor wir mit der Produktion beginnen. Die Inspiration dazu finden wir überall: aus Büchern, Filmen, Ausstellungen oder einfach nur beim Spazierengehen. Wir haben eine Kiste voll mit Papierschnipseln, auf denen wir Ideen für neue Projekte aufgeschrieben haben …

Eure Inszenierungen machen gute Laune. Wenn in der Regel über Veganismus gesprochen wird, dann meistens über Tierrechte, Ökologie und Nährwerte. Fehlt
dem Veganismus eine gewisse Leichtigkeit oder braucht er auch die Strenge, um zu funktionieren?

Essen ist ein unglaublich sensibles Thema. Diskussionen über die Ernährung können genauso emotional und kontrovers geführt werden wie Diskussionen über Religion und Politik. Es hat sicherlich viel mit unserer Erziehung zu tun, wir essen was schon unsere Eltern für uns kochten. Automatisch übernehmen wir deren Gewohnheiten und entwickeln selbstverständlich auch eine emotionale Bindung dazu. Nichtsdestotrotz geht es natürlich um Tierrechte, Ökologie und den Umgang mit unserem Planeten. Es ist unglaublich wichtig, diese Missstände aufzuzeigen und zu kritisieren. Aber es ist eben sehr schwierig,Menschen von ihren Gewohnheiten abzubringen. Vor allem, wenn die Fronten sich verhärten. Ein wenig Leichtigkeit hier und da, um die Spannungen zu lösen, ist sehr wichtig. Hier kommen wir ins Spiel: Wir wollen Interesse und Neugier mit Humor wecken und versuchen, den veganen Lebensstil auf positive und unterhaltsame Art und Weise darzustellen. Wir kämpfen eben mit dem, was wir am besten können: fotografieren, filmen, kreieren … Denn ein anderer, grundlegender Aspekt des Essens gerät bei Streitigkeiten schnell ausser Acht: Essen bringt Menschen auch zusammen.

Welche Reaktionen seitens der Betrachter wünscht ihr euch?
Wir hoffen, etwas Inspiration anzuregen, eine Prise Neugier, aber vor allem positive Emotionen zu wecken. Wenn der oder die Betrachter*in Spaß hatte und dann bei seinem*ihrem nächsten Einkauf auch noch etwas länger in der Gemüseabteilung verweilt, dann hat sich all unsere Mühe gelohnt!

INFO:
Die international erfolgreichen Fotograf*innen JAN & ELLEN PREROVSKY verleihen Obst und Gemüse ein neues Image. Derzeit planen sie eine Erweiterung ihrer Serie „When Fashion meets Food“ und arbeiten an der Post-Produktion eines neuen Videos,welches den Start einer neuen Reihe einleiten soll, in der sie Gemüse und Fitness miteinander verbinden. Ausstellungen und die Teilnahme an Festivals und Events sind bereits in Arbeit und werden bald folgen. Wir sind gespannt! Zu sehen sind ihre Fotos und Videos auf foodlydoodlydoo.com und auf Instagram @foodlydoodlydoo.

Foto: FOODLYdoodlyDOO

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