Asketen, Hippies, Freaks – Veggies im Spielfilm

 

 

 

Sanfte Sonderlinge oder hippieske Freaks sind sie fast allesamt, die Vegetarier, die uns in Spielfilmen und TV-Serien begegnen. Seien es der neurotische Sammler Jonathan (Elijah Wood) aus „Alles ist erleuchtet“, der seltsam gekleidete, 12-jährige Marcus (Nicholas Holt) aus „About A Boy“, die esoterisch-quirlige Phoebe (Lisa Kudrow) aus „Friends“ und viele mehr. Wahlweise sind die dargestellten Typen z.B. lustfeindlich-verstockt, übertrieben vernünftig oder auch chaotisch-promisk. Hauptsache „anders“.

 

Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ist das Thema Vegetarismus regelmäßig auf Leinwänden und Bildschirmen aufgetaucht, und dann insbesondere in US-amerikanischen Komödien, die auch hierzulande gern gesehen werden. Auffallend: Es geht dabei in aller Regel nicht ums Essen, erst recht nicht ums lustvolle Schlemmen – Vegetarismus gehört vielmehr zur Charakterbeschreibung einer Filmfigur, und zwar meist der eines stereotypen Außenseiters oder einer Außenseiterin, den oder die es gilt, wieder „normal“ oder zumindest gesellschaftsfähig zu machen.

 

Filme spiegeln unsere Gesellschaft in doppelter Hinsicht: Sie sind Werk eines großen Teams und gemacht für viele – und so ist ein Blick auf unsere Filmlandschaft durchaus erhellend. Wenn wir uns hauptsächlich in Veggie-Kreisen herumtreiben, mag ein anderer Eindruck entstehen, aber machen wir uns nichts vor: Wir sind immer noch die Ausnahme von der Regel und als solche werden wir häufig noch gesehen. Doch so wie allgemein langsam verkrustete Denkstrukturen aufbrechen (und so wie sich zudem immer mehr einflussreiche Hollywoodstars vegetarisch oder vegan ernähren), so dürfte sich auch in der Filmlandschaft bald etwas tun – und wir können darauf hoffen, in absehbarer Zeit ganz selbstverständlich Filmfamilien an reich gedeckten Tafeln ohne Braten oder Ählichem darauf zu sehen …

 

Übrigens:
Veggie-Journal-Fans der ersten Stunde erinnern sich vielleicht: Einen ausführlichen Artikel zum Thema „Vegetarier im Spielfim“ gibt’s in unserer Debüt-Ausgabe, mit der wir uns im Sommer 2013 in den vegan-vegetarischen Blätterwald gewagt haben. Das Heft fehlt Ihnen noch in Ihrer Sammlung? Dann gucken Sie doch mal in unserem Shop vorbei, dort können Sie es (wie auch unsere anderen Ausgaben) versandkostenfrei nachbestellen!

 

Illustration: Alexander Springborn