Achtsam-Essen-Meditation

Hektik, Termindruck, Meetings, Pflichten, Aufgaben, Verantwortung … Es reicht! In der nächsten Pause gilt die Aufmerksamkeit voll und ganz einem der wichtigsten und schönsten Dinge auf Erden: dem Essen und der Meditation!

Seid ihr auch eher der Typ, der zwischen Stress und Zeitdruck in der Arbeitspause keine Ahnung hat, was er eigentlich gerade gegessen hat?

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Zeit, ein wenig Ruhe zu finden. Denn Essen und Meditation lassen sich bestens verbinden. Gibt es schließlich eine schönere Gelegenheit, dem Essen die angebrachte Achtsamkeit und Würdigung entgegenzubringen, als jener Moment des sinnlichen Genusses – und zugleich alle Aufmerksamkeit auf unsere Wahrnehmung desselben zu richten, auf jene Wohltat und Ruhe, die aus diesem Moment erwachsen können, und nicht nur unseren Körper nähren, sondern auch unseren Geist?

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Photo: Brandi Redd  // unsplash.com

Wertschätzung gegenüber dem, was wir verspeisen, ist die beste Würze, die wir unserem Essen hinzufügen können. Zugleich richtet diese kleine Achtsamkeitsmeditation euren Geist auf das Hier und Jetzt und macht ein paar Minuten eurer Frühstücks- oder Mittagspause oder des kleinen Nachmittagssnacks zu einem Moment, in dem ihr euch auch mental stärkt.

In unserem Beispiel hatten wir das Glück, einen selbstgebackenen veganen Kuchen genießen zu können, aber natürlich funktioniert diese kleine Meditation mit jeder anderen Speise, die auch nur das geringste Genussmoment für euch bietet.

* Die Welt und ihre Ablenkungen – lasst sie für die nächsten Minuten außen vor. Sie kommen auch gut ein wenig ohne euch klar.

* Nehmt Platz auf einem gemütlichen Stuhl, ein Stück Kuchen vor euch auf einem Teller.

* Seht euch das Stück Kuchen an, betrachtet seine Form, seine Farben, seine Konsistenz … Ist das Topping weich oder fest? Schokoladig oder cremig? Ist der Teig fest und saftig oder leicht und fluffig?

* Lehnt euch vor und beugt euch ein wenig über den Teller. Atmet tief ein, nehmt den süßen Kuchenduft wahr, der in eure Nase steigt. Was fühlt ihr bei diesem Geruch, was verbindet ihr mit ihm? Folgt für einen Moment euren Assoziationen …

* Widmet eure Gedanken anerkennend dem Aufwand und der Arbeit, die in diesem Stück Kuchen und seinen Zutaten stecken. Wie die Beeren erst gewachsen sind, wie sie geerntet und schließlich als Topping auf jener Creme platziert wurden, die ihr für euren Kuchen angerührt habt, wie ihr sie mit Vanille verfeinert und den Teig in einer Schüssel bearbeitet habt, wie die Wärme des Ofens den Teig zu einer delikaten, lockeren Masse ausgebacken hat …

* Nehmt ein Stück des Kuchens in eure Finger, fühlt seine Oberfläche, wiegt ihn in eurer Hand. Wie fühlt er sich an? Kühl, weich, schwer, leicht?

* Nehmt ein Stück des Kuchens in den Mund, aber noch ohne zu kauen oder zu schlucken. Haltet das süße Stück einfach auf eurer Zunge und nehmt seinen Geschmack und seine Konsistenz wahr.

* Fangt dann langsam und vorsichtig an zu kauen. Wie verändern sich Konsistenz und Geschmack in eurem Mund? Bemerkt ihr die feine Säure der Beeren, das Herbe der Schokolade, das sanfte Vanille-Aroma der Creme?

* Wenn ihr das Bedürfnis bemerkt, herunterzuschlucken, dann konzentriert euch für einen kurzen Moment auf dieses Bedürfnis selbst.

* Dann, wenn ihr das Stück Kuchen herunterschluckt, folgt dessen Weg, die Speiseröhre hinunter in Richtung eures Magens.

* Richtet eure Konzentration dann nochmals auf euren Mund. Welcher Geschmack ist zurückgeblieben, welches Gefühl habt ihr noch auf der Zunge? Spürt ihr in euch das Bedürfnis, ein weiteres Stück Kuchen zu essen? Dann gebt dem nach – und freut euch über das Wohlbefinden und die Kraft, die ihr aus jedem Bissen eurer Speisen gewinnt.