Die Haut atmen lassen: So funktioniert Hautpflege

Sie ist so präsent und allgegenwärtig, dass man sie manchmal beinahe übersieht: Die Haut, unser größtes Organ, wird nicht zu Unrecht als Spiegelbild der Seele bezeichnet. Als körpereigener Schutzschild, verdient sie ganz besondere Aufmerksamkeit ..

Autorin: Caroline Redka

Die einen bunkern eine halbe Drogerie zu Hause, die anderen schwören auf ausgewählte Produkte aus der Apotheke, wieder andere genießen den zarten Duft von Mandel und Orange auf ihrer Haut und Purist*innen schätzen ein solides Olivenöl. Hautpflege ist so individuell wie die Menschen selbst und fällt mal aufwendig, mal spärlich aus. Das eine ist dabei nicht unbedingt besser als das andere, wichtig ist nur, dass die benutzten Produkte zu den jeweiligen Hauttypen passen, pflegen und nicht reizen. Was aber hat es mit der vor allem in den Sozialen Medien viel besprochenen Skin-Care-Routine auf sich? Ist es wirklich so wichtig, sich eine täglich wiederholende Waschprozedur anzueignen? Eine Routine bei der Hautpflege zu entwickeln, ist tatsächlich ratsam, vor allem, um seine eigene Haut kennenzulernen, Fehler zu vermeiden und die optimale Pflege für die individuellen Bedürfnisse zu finden. Es bedeutet, sich mit der eigenen Haut auseinanderzusetzen, sie nachhaltig zu pflegen und den hauteigenen Schutzmantel zu unterstützen. Was die Reihenfolge der Produktanwendungen betrifft, so sollte man in jedem Fall (abends und morgens) mit einer gründlichen Reinigung beginnen, denn erst eine von Schmutz und Talg befreite Haut kann Cremes und Öle optimal aufnehmen. Wichtig ist wie bei fast allem: Lieber weniger als zu viel, denn man kann seine Haut auch überpflegen. Ein häufiger Wechsel von Cremes und die übermäßige Anwendung von Pflegeprodukten können die Epidermis angreifen, die Haut austrocknen und die natürliche Mikroflora aus dem Gleichgewicht bringen. Anzeichen für eine überpflegte Haut können neben einem unangenehmen Spannungsgefühl kleine Pickelchen, Hautunreinheiten, Schuppen, Rötungen und Quaddeln sein. In diesem Fall am besten die Hände weg von allen Produkten, der Haut Ruhe und Zeit gönnen und dann langsam eine neue, schonende und reduziertere Hautpflegeroutine etablieren. Die Basis einer optimalen Skin-Care-Routine ist neben der richtigen Auswahl an Hautpflegeprodukten aber vor allem die Berücksichtigung einer Handvoll Hinweise, die dazu verhelfen, die Haut nachhaltig gesund und frisch zu halten.

Reinigung
Die richtige und regelmäßige Reinigung ist das oberste Gebot der Hautpflege, denn verstopfte Poren sorgen dafür, dass Bakterien sich vermehren und die Haut nicht atmen kann. Nach einer durchzechten Nacht hat vermutlich fast jede*r schon mal alle Fünfe grade sein lassen und sich samt Wimperntusche und Rouge ins Bett gestürzt. Zur Regel sollte das allerdings nicht werden, denn auch unsere Haut nutzt die Nacht, um sich zu regenerieren und zu erholen. Vor dem Schlafengehen deshalb am besten eine Reinigungslotion verwenden,die fettlösend ist, darauf achten, dass alle Make-up-Rückstände entfernt werden und der Haut so Zeit zum Durchatmen gönnen.

Sonnenschutz
Auch, wenn Sonne wohlig wärmend ist und einen schönen Teint macht, sind UV-Strahlen mitunter das Schlechteste, was man seiner Haut antun kann. Sie führen zu einer schnellen Hautalterung, Pigmentflecken und können im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs verursachen. Besonders im Sommer sollte man daher eigentlich immer Sonnencreme oder Hautcremes mit UV-Schutz verwenden. Zum Thema Solarium: im besten Fall ganz vermeiden.

Freie Radikale, Alkohol, Nikotin
Freie Radikale können sowohl innerhalb des Körpers produziert werden als auch von außen auf uns einwirken. Neben UV-Strahlen zählen auch Umweltschadstoffe wie Abgase oder Nikotin, das gefäßverengend wirkt und die Durchblutung der Haut verhindert, zu ihnen. Gelangen diese Gifte auf und in unsere Haut, können sie zu oxidativem Stress führen. Dieser wird vor allem durch Alkoholkonsum gefördert und kann Hautunreinheiten, Unregelmäßigkeiten und Reizungen führen. Alkohol entzieht der Haut außerdem Wasser und greift die Zellen an, die eigentlich zur Entgiftung notwendig sind. Eine ausgewogene und gezielte Ernährung kann unterstützend gegen freie Radikale wirken.

Ernährung
Wie für alle körperlichen Vorgänge ist auch für ein klares Hautbild die richtige Ernährung essenziell. Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind (z.B. Beeren, Brokkoli, Knoblauch, Nüsse, Spinat, Trauben uvm.), können helfen, oxidativen Stress abzubauen und die Haut vor freien Radikalen zu schützen. Insbesondere die Vitamine A (Retinol), C und E spielen für die Haut eine große Rolle. Sehr trockene Haut kann die Folge von fehlender Feuchtigkeitszufuhr aber auch Hinweis auf einen Nährstoffmangel sein. Vitamin E ist in einem solchen Fall der Retter in der Not, denn es bindet Feuchtigkeit und polstert somit knittrige Haut wieder auf. Insbesondere Mandeln enthalten das wertvolle Vitamin, weshalb Mandelöl in der Kosmetik häufig seine Anwendung findet. Generell gilt bei einer hautfreundlichen Ernährung: möglichst salzarm essen, auf ausreichend Mineralstoffe (Magnesium, Kalium und Jod) achten und wie immer – viel trinken.

Allergische Reaktionen
Sowohl synthetische als auch natürliche Stoffe können eine Überreaktion des Immunsystems hervorrufen, die sich dann in Rötungen, Juckreiz, Spannungsgefühlen oder in Form von Pusteln und Quaddeln niederschlagen kann. Bei empfindlicher Haut sollte man unbedingt auf milde und unparfümierte Produkte zurückgreifen, die außerdem möglichst pH-hautneutral sind. Vorsicht: Allergieerregende Duftstoffe können auch natürliche Bestandteile ätherischer Öle sein. Hierzu zählen zum Beispiel Citral, Linaool, Limonen und Eugenol, die auch häufig in Naturkosmetik verarbeitet werden. Auch Alkohol kann bei manchen Hauttypen reizend wirken und ist nicht für jede*n gut verträglich. Es ist empfehlenswert, bei der Anwendung neuer Produkte eine Art Tagebuch zu führen, um herauszufinden, ob man möglicherweise auf einen der enthaltenen Stoffe allergisch reagiert. Wer sehr sensibel ist und auf Nummer sicher gehen will, der lässt sich bei der Auswahl seiner Pflegeprodukte am besten in der Apotheke beraten.


SOS-Tipps

Hautrötungen
Großflächige Rötungen im Gesicht sind oft ein Anzeichen für eine allergische Reaktion, die durch akuten Stress, falsche Pflege oder bestimmte Lebensmittel ausgelöst werden kann. Linderung kann ein Dampfbad mit Kamille oder das Auflegen von kühlenden Gurkenscheiben bringen. Eine Paste aus Hafermehl und Wasser hilft bei Sonnenbrand und Entzündungen, kaltgepresstes Mandelöl eignet sich bei leichten Rötungen im Mund-Nasen-Bereich.

Pickel
Auch wenn es unglaublich schwerfällt: Finger weg, nicht drücken! Stattdessen helfen Zinksalbe oder ein Tropfen Teebaumöl, vermischt mit Tagespflege, dabei, die entzündete Hautstelle zu reinigen und heilen. Auch auf ein Wattepatt aufgetragener und mit Wasser verdünnter Apfelessig wirkt antibakteriell. Sollte die entzündete Stelle stark schmerzen, kann Aloe Vera zur Beruhigung aufgetragen werden.

Fettige Haut
Das Gesicht zunächst mit einem Reinigungsprodukt waschen, das einen neutralen oder leicht sauren pH-Wert aufweist und die Haut anschließend sanft peelen um überschüssigen Talg zu entfernen. Auch hier kann verdünntes Teebaumöl, mit dem das Gesicht leicht abgetupft wird, kurzfristig helfen.

Vegane Pflegeprodukte erkennen
Bei der Herstellung von Pflegeprodukten und Kosmetik wird oft mit Bienen- und Wollwachs sowie Farbstoffen tierischen Ursprungs gearbeitet und auch Tierversuche sind leider immer noch in vielen Firmen gang und gäbe. Tierversuchsfreie Produkte kann man an dem „Leaping Bunny“, dem international gültigen Siegel das Kosmetik ohne Tierversuche auszeichnet, erkennen, ebenso wie an dem Hasen mit der schützenden Hand, der vom Deutschen Tierschutzbund zusammen mit dem Internationalen Herstellerverband für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. entwickelt wurde.

Da tierversuchsfreie Pflegeprodukte oder Naturkosmetik aber nicht auch zwingend vegan sind, empfiehlt es sich, auf die Veganblume der Vegan Society zu achten, die gleichzeitig für Produkte ohne Tierversuche und ohne tierische Bestandteile steht. Jedoch: nicht jedes vegane Produkt hat auch diese Zertifizierung. Übersichten, tierleidfreier Pflegeprodukte bzw. von Firmen, die diese herstellen, findest du beispielsweise unter
tierversuchsfrei.peta-approved.de.

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