Vegane Sportler*innen in Topform

Katrin Schäfer & Daniel Roth
Foto: Leonard Kötter

Name: Katrin Schäfer / Daniel Roth
Alter: 40 / 35
Wohnort: Frankfurt am Main
Hauptsportart: Laufen

Wie oft trainiert ihr pro Woche?
Wir laufen je nach Saisonphase und Ziel ca. 4-5 mal pro Woche (Katrin) bzw. 4-6 mal (Daniel), und zwar Strecken von 8 bis jenseits der 30 Kilometer. Außerdem machen wir zwei- bis dreimal pro Woche Alternativtraining wie Kraftund Stabitraining, Yoga, Bouldern oder Pilates. Als Autoverweigerer gehen wir sehr viel zu Fuß und von Frühling bis Herbst schwingen wir uns regelmäßig aufs Rad.

Macht ihr Sport, um besser auszusehen?
Laufen ist kein Sport, der den Körper sonderlich „formt“. Aber wir sind der Überzeugung, dass wir besser aussehen, wenn es uns gutgeht – und da spielt das Laufen natürlich eine wichtige Rolle.

Was ist eurer Meinung nach der Vorteil der veganen Ernährung gegenüber der nicht-veganen?
Seit wir uns vegan ernähren, fühlen wir uns mehr mit uns selbst im Reinen, denn wir leben besser im Einklang mit unseren Prinzipien. Dass weniger Tiere für uns leiden und sterben müssen, ist unserer Meinung nach der größte und wichtigste Vorteil. Ob uns die vegane Ernährung auch zu besseren Sportler*innen gemacht hat, können wir nicht sagen – aber sie hat uns auf jeden Fall nicht ausgebremst.

Was landet auf euren Tellern?
Wir frühstücken oft ein klassisches Haferporridge mit Obst und angerösteten Nüssen oder ein Bircher-Müsli. Bei unseren Hauptmahlzeiten richten wir uns nach der Grain-Green-Bean-Formel: Das heißt, dass in jedem Gericht möglichst Vollkorngetreide, (grünes) Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten sind, und somit komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und viele Vitamine und Mineralstoffe. Das kann zum Beispiel eine Vollkornreis-Bohnen-Grünkohl-Pfanne sein oder eine Lasagne mit Kichererbsen und Spinat oder eine Kartoffel-Brokkoli-Suppe mit Räuchertofu. Zwischendurch snacken wir Obst, rohes Gemüse oder Nüsse. Proteinpulver nehmen wir so gut wie nie. Bei Marathonläufen verwenden wir aber natürlich auch sogenannte Energie-Gele. Die sind aber meistens sowieso schon vegan.

Was haltet ihr von „Cheat Days“?
Wir essen, worauf wir Lust haben, und zwar wann immer wir wollen. In den letzten Jahren hat sich unser Ernährungsverhalten ganz automatisch so verändert, dass wir uns zum größten Teil gesund und ausgewogen ernähren. Wenn es mal Schoki, Kuchen, Kekse oder ein Glas Wein gibt haben wir deshalb kein schlechtes Gewissen und brauchen dafür auch keinen speziellen „Cheat Day“.

Welche sportlichen Vorbilder habt ihr?
Eines ist auf jeden Fall Scott Jurek. Scott ist ein amerikanischer Ultramarathonläufer, der sich bereits seit über 20 Jahren vegan ernährt. In seiner aktiven Zeit hat er unter anderem sieben Mal in Folge den Western States Endurance Run gewonnen – eines der härtesten 100-Meilen-Rennen der Welt.

Wie reagieren eure Sport-Kolleg*innen auf deine Ernährung?
Die allermeisten Läufer*innen sind da zum Glück sehr interessiert und offen, wobei man sich natürlich hin und wieder auch einen blöden Spruch anhören muss – aber damit können wir inzwischen gut leben. Rund um beVegt (www.bevegt.de) ist inzwischen eine große Gemeinschaft veganer Läufer*innen entstanden, die mit uns zusammen für das Team beVegt.de starten, unsere Laufshirts mit dem „RunVegan“-Schriftzug tragen und so auch immer wieder mit interessierten Nicht-Veganer* innen ins Gespräch kommen.

Welchen Tipp habt ihr für Couch-Potatos?
Such dir einen Sport, der dir Spaß macht und zu dir passt – und fang am besten noch heute damit an!