Vegane Sportler*innen in Topform

Laura Späth
Foto: Laura Späth

Name: Laura Späth
Alter: 22
Wohnort: München
Hauptsportart: Thaiboxen

Putenbrust, Eier, Quark: Die meisten Sportler*innen schwören auf tierische Proteine. Du nicht. Warum?
Vor drei Jahren habe ich angefangen, mich vegan zu ernähren, weil ich es schlimm fand und finde, dass Tiere für meinen Lebensstil leiden mussten. Als ich von zu Hause ausgezogen bin, hat sich die Gelegenheit geboten, weil ich ab dem Zeitpunkt sowieso mein eigenes Essen eingekauft und gekocht habe.

Was landet auf deinem Teller?
Zum Frühstück esse ich oft selbstgemachtes Granola, Nicecream aus gefrorenen Bananen mit leckeren Toppings oder mache mir Cookie Dough aus pürierten Kichererbsen. Nachmittags gibt es dann große Portionen an Gemüse mit Kartoffeln, Vollkornreis, Quinoa oder anderen gut verwertbaren Kohlehydraten. Da sind auch immer Bohnen, Kichererbsen oder Linsen dabei, um meinen Proteinbedarf zu decken. Insgesamt koche ich sehr gerne asiatisch, viel mit Tofu, weil diese Gerichte oft sowieso vegan sind. Nach dem Sport gibt es dann noch einen Salat und/oder Proteinshake – da benutze ich gerne das Pulver von Sunwarrior.

Wie oft trainierst du pro Woche?
Ich mache etwa 6-8 Einheiten Thaiboxen (jeweils 1-1,5 Stunden) in der Woche und gehe zusätzlich 1-2 mal die Woche laufen und zweimal die Woche schwimmen. Ins Thaiboxen gehe ich seit grob zwei Jahren, aber intensiv trainiere ich seit einem halben Jahr.

Machst du Sport, um besser auszusehen?
Wenn ich das täte, hätte ich einen anderen Sport gewählt, würde ins Fitnessstudio gehen oder so. Mit dem Thaiboxen habe ich angefangen, um ein Gefühl für mentale und körperliche Stärke zu bekommen und um für mich selbst zu wissen, dass ich nicht wehrlos bin.

Was hältst du von „Cheat Days“?
„Cheat Days“ setzen ja voraus, dass man sich an allen anderen Tagen irgendetwas verbietet. Diese Haltung sich selbst gegenüber finde ich schade, weil sie dazu führt, dass man ständig Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen hat und man sehr seltsam mit dem eigenen Belohnungssystem umgeht. Ich finde es wichtig, gut zu sich zu sein und ich versuche das an jedem Tag. Das bedeutet, dass ich auf meinen Körper hören will und auf seine Bedürfnisse, unabhängig von irgendeinem Ernährungsplan. Aber klar scheitere ich an diesem Anspruch auch oft genug.

Welche sportlichen Vorbilder hast du?
Für mich ist Rose Namajunas ein großes Vorbild, weil sie auch abseits ihrer sportlichen Karriere spannende Projekte unterstützt, eine wahnsinnig tolle Sportlerin und zusätzlich eine unglaublich starke Frau ist. Und natürlich stellen die Menschen, mit denen ich gemeinsam trainiere und von denen ich lerne, auch eine enorme Inspiration für mich dar.

Was fehlt dir noch auf dem Foodmarkt an veganen Sport-Produkten?
Es braucht definitiv mehr leckere vegane Produkte, die aus hochwertigen Proteinen bestehen, also nicht unbedingt nur Weizen- und Sojaproteine. Vegane Proteinriegel, die weniger nach Plastik schmecken, wären auch eine Idee. Und mehr vegane Proteinmüslis und -quark, weil der Körper morgens wohl sehr gut Proteine aufnehmen kann.

Welchen Tipp hast du für Couch-Potatos?
Naja, eine Couch-Potato zu sein, ist erst einmal vollkommen okay, finde ich. Wenn man gerne nur Teilzeit-Couch-Potato wäre und sich mehr bewegen will, sollte man das mit Spaß sowie Geduld angehen und in jedem Fall gut zum eigenen Körper sein. Eine Freundin hat mir mal gesagt, die Sache mit dem Körper ist kein Sprint, sie ist ein Marathon. Das bedeutet auch, dass es nicht immer nur aufwärts geht, sondern dass es auch Phasen gibt, in denen man Veränderung nicht bemerkt oder sie auch nicht eintritt. Das gehört dazu und ist okay.