Vegane Sportler*innen in Topform

Rebecca Butz
Foto: Bettina Malik

Name: Rebecca Butz
Alter: 24
Wohnort: München
Hauptsportart: Laufen

Putenbrust, Eier, Quark: Die meisten Sportler*innen schwören auf tierische Proteine. Du nicht. Warum?
Schon als Jugendliche habe ich viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Als ich dann begonnen habe, mich vegan zu ernähren, habe ich mich intensiv mit den Vor- und Nachteilen für sportliche Personen auseinandergesetzt. Auch vorher schon habe ich Wert auf eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung gelegt, nur dass ich nun eben keine tierischen Quellen mehr verwende. Ich fühle ich mich generell fit und leistungsfähig, so dass ich sie weder als notwendig erachte noch vermisse.

Was ist deiner Meinung nach der Vorteil der veganen Ernährung gegenüber der nicht-veganen?
Den größten Vorteil sehe ich in der besseren Umweltverträglichkeit. Außerdem sehe ich eine vegane Ernährung als Chance, sich mit dem Thema Ernährung bewusst auseinanderzusetzen und damit ein bisschen gesünder zu leben.

Was landet auf deinem Teller?
Viel saisonales und regionales Gemüse, jeweils mit einer kohlehydratreichen und/oder einer eiweißreichen Beilage.

Wie oft trainierst du pro Woche? Machst du Sport, um besser auszusehen?
Ich laufe schon seit über 10 Jahren, das ist sozusagen meine „Hauptsportart“. Das mache ich ca. 3-4 mal die Woche und seit ein paar Monaten boxe ich 2 mal pro Woche. Ansonsten gehe ich schwimmen und probiere generell gerne neue Bewegungsformen aus, die mir eine andere Beziehung zu meinem Körper geben können: beispielsweise Capoeira, Yoga, traditionelles Tae-Kwon-Do, Radln u.a.
Das Aussehen ist eher nebensächlich. Was mir gefällt, ist mich fit zu fühlen, meinen Körper zu spüren und die Ausschüttung der Glückshormone.

Was hältst du von „Cheat Days“?
„Cheat Days“ mache ich nur, wenn ich irgendwo eingeladen bin und es keine Möglichkeit gibt vegan zu essen. Fleisch lehne ich komplett ab. Zumindest vegetarisches Essen ist meiner Einschätzung nach soweit in der Gesellschaft angekommen, dass man immer etwas findet. Wirklich gerne mache ich das aber nicht.

Welche sportlichen Vorbilder hast du?
Der Nachbar meine Mutter läuft mit über 60 Jahren noch einmal pro Jahr einen 100km-Lauf. Ich wäre dankbar, in seinem Alter auch nur halb so fit zu sein.

Was machst du für deine mentale Fitness?
Hinter vielen Sportarten steht eine bestimmte Haltung und fördert eine bestimmte mentale Einstellungen. Auch damit setze ich mich gerne auseinander. Das Laufen z.B. hilft mir abzuschalten und zu entspannen. Ansonsten studiere ich und arbeite an mehreren Forschungsprojekten. Das hält natürlich auch den Kopf fit.

Was fehlt dir noch auf dem Foodmarkt an veganen Sport-Produkten?
Nichts, ich verwende sowieso keine spezifischen Produkte für Sportler*innen.

Wie reagieren deine Sport-Kolleg*innen auf deine Ernährung?
Viele sind überrascht, wenn wir uns über Ernährung unterhalten. Meistens muss ich mich den gängigen Diskussionen stellen, die auch in jedem anderen Lebensbereich aufkommen. Sobald aber klar wird, dass ich mich mit Ernährung besser auskenne als die meisten Mischkostler*innen, weiß wo ich meine Nährstoffe herbekomme und zusätzlich sehr umweltbewusst agiere, versanden die Diskussionen.

Welchen Tipp hast du für Couch-Potatos?
Mein Motto ist: Alles kann, nichts muss. Mir macht Sport viel Spaß und bringt mir ein positives Körpergefühl. Ich empfinde das als sehr bereichernd. Deswegen würde ich allen empfehlen, sich mal auszuprobieren – auch wenn es nur ein paar Dehnübungen sind.