Vegane Sportler*innen in Topform

Luisa Schulze
Foto: Marco Wolf

Name: Luisa Schulze
Alter: 28
Wohnort: Bietigheim-Bissingen
Hauptsportart: Handball

Putenbrust, Eier, Quark: Die meisten Sportlerinnen schwören auf tierische Proteine. Du nicht. Warum?
Auch Bohnen, Hülsenfrüchte (z.B. Kichererbsen), Nüsse und viele Gemüsesorten (Kresse, Champignons, Spinat; Brokkoli u.v.m.) sind sehr reich an Proteinen. Mit diesen Produkten ist ebenso eine hochwertige Versorgung der Muskulatur gegeben. Zusätzlich nehme ich – vor allem nach dem Training – Proteinshakes, um meine Muskeln schnell mit dem Nötigsten zu versorgen. Diese Shakes bestehen aus drei Proteinquellen: Reis-, Erbsen-, und Chiasamenprotein. Reis- und Erbsenprotein sind hierbei eine gute Kombination, da sie den Körper mit allen Aminosäuren – im richtigen Verhältnis – versorgen. Für mich spielt auch die bessere Verdaulichkeit eine Rolle, die bei mir mit der rein pflanzlichen Proteinzufuhr gegeben ist.

Was ist deiner Meinung nach derVorteil der veganen Ernährung gegenüber der nicht-veganen?
Meiner Meinung nach besteht der Vorteil in einer schnelleren Regeneration sowie der Vorbeugung von Muskelverletzungen. Des Weiteren zeigen viele Studien, dass das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung mit der pflanzlichen Ernährung nicht so groß ist. Seit meiner Ernährungsumstellung fühle ich mich zudem nicht mehr so müde und träge, verdaue das Essen schneller und fühle mich insgesamt einfach besser.

Nutzt du Proteinpulver?
Wie schon in der ersten Frage angedeutet, nutze ich täglich ein veganes Proteinpulver. Das 3 Blend Protein von BeGreen ist nur zu empfehlen. Besonders die Geschmacksrichtung Himbeere-Vanille schmeckt mir sehr gut.

Wie oft trainierst du pro Woche?
Da ich Profi-Handballerin bin und dadurch Leistungssport betreibe, trainiere ich jeden Tag mindestens einmal. An manchen Tagen stehen zwei Einheiten auf dem Plan, d.h neben dem Handballtraining, eine weitere Kraft und/oder Laufeinheit. Am Wochenende sind in der Regel die Wettkämpfe. Da wir mit unserem Verein auch in der Champions-League bzw. im Europapokal vertreten sind, haben wir oftmals sogar drei Pflichtspiele in der Woche. Dabei wird das Trainingspensum dann aber etwas heruntergeschraubt.

Was hältst du von „Cheat Days“?
Diese Tage gibt es bei mir natürlich auch. Sie sind aber eher unbewusst – ohne besondere „Funktion“ – und nicht wirklich im Wochenablauf eingeplant. Es kommt aber vor, dass ich auf Süßigkeiten nicht verzichten kann. Dann wird z.B. ein Ben & Jerry’s Peanut Butter & Cookies (vegan) vernascht. Oder es gibt mal eine vegane Tafel Schokolade bzw. in der Weihnachtszeit veganen Lebkuchen. Doch zur Regel gehören diese Tage nicht.

Welche sportlichen Vorbilder hast du?
Heidi Lôke. Sie ist ebenfalls Handballerin und spielt für die norwegische Nationalmannschaft.

Was fehlt dir noch auf dem Foodmarkt an veganen Sport-Produkten?
Als Sportlerin muss ich darauf achten, dass meine Nahrungsergänzungsmittel der Kölner Liste angehören. Auf dieser Liste stehen Produkte mit minimiertem Dopingrisiko, das bedeutet sie wurden getestet und sind dementsprechend „sauber“ und nicht verunreinigt. Auf dieser Liste sind leider noch zu wenige vegane Produkte (z.B. vegane Riegel, veganes Omega-3) zu finden.

Welchen Tipp hast du für Couch-Potatos?
Jedem ist es selbst überlassen, wie er seine Freizeit verbringt. Die Natur ist jedoch viel zu schön, um stundenlang auf der Couch zu hocken und sich das überwiegend schlechte Fernsehprogramm anzuschauen. Außerdem tut Bewegung gut und hilft dem eigenen Wohlbefinden.