Vegan in der Familie: Erhalte alltagstaugliche Tipps von Expert*innen

Vegan in der Familie: Erhalte alltagstaugliche Tipps von Expert*innen

Einkaufen, Kochen, Geburtstage, Schulausflüge: Wer vegan leben möchte, stößt bei der Umstellung häufig auf ein paar Schwierigkeiten. Wie man diese gut meistert und als Familie voller Energie und Vitalität durch den veganen Alltag geht, zeigt der Vegane Familienkongress. Initiator Kevin Heckmann über persönliche Erfahrungen, vegane Ärzte und Abnehmerfolge.

20 Experten, 22 Videostunden: Welche Themen greift der Vegane Familienkongress auf?
Vegan in der Schwangerschaft und im Kleinkindalter, Umstellung auf vegane Ernährung mit der Familie, Umgang mit Vorurteilen, ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährtstoffen, alltagstaugliche und leckere Rezepte sind Schwerpunkte im Kongress.
Aber auch Ernährung in der Schule, Tierschutz oder Umgang mit Tieren auf kleiner Ebene, Zuckersucht oder Impulse für ein friedvolles Zusammenleben in der Familie wie z.B. bedürfnisorientiertes Miteinander werden thematisiert.

Über welche Interviewpartner freust du dich besonders?
Oh das ist schwer zu sagen. Es sind alle großartig! Ich freue mich sehr, dass ich diesmal einen vegan lebenden Frauenarzt finden konnte, und dass uns diesmal sogar einige Kinder aus ihrer Perspektive berichten werden. Neben den „normalen“ Interviews sind wir diesmal auch mit Björn Moschinski in der Küche und kochen gemeinsam ein leckeres Kindergericht.
Mit Anja Rathgeb und der „Aktion Pflanzenpower“ machen wir noch vor dem Kongress einen veganen Aktionstag an der Schule meiner Kinder und werden dann einiges davon beim Kongress zeigen. Das sind schon einige Highlights, die diesen Kongress mehr als sehenswert machen werden!

Wie unterscheiden sich die Herausforderungen einer veganen Familie zu einer nicht-veganen Familie?
Gerade zu Beginn kann es da schon ordentlich Gegenwind aus der eigenen Familie geben (z.B. von den Großeltern) oder aus dem Freundeskreis. Und auch die meisten Ärzte sind nicht wirklich informiert. So ist es sinnvoll, zumindest anfangs dem Kinderarzt gegenüber nichts davon zu erwähnen (warum auch, vorher habe ich auch nie erzählt, was ich esse), oder nach einem vegan-freundlichen Kinderarzt Ausschau zu halten.

Warum ist ein Umstieg auf vegan auch für die Familie so wichtig?
Dazu muss ich sagen, dass bei uns jeder das Recht auf freie Meinung und ein selbstbestimmtes Leben hat. So bin ich aktuell der einzige „echte“ Veganer in der Familie und zwinge mich niemandem auf. Dennoch ist selbstverständlich seit der Umstellung die Ernährung komplett gekippt und der pflanzliche Anteil bei allen Familienmitgliedern sehr hoch. Wenn Themen aufkommen, sprechen wir offen über Tierquälerei, Massentierhaltung, industrielle Verarbeitung, Umweltverschmutzung & Co. So kann jeder nach und nach mit dem Wissen um die wahren Begebenheiten selbst entscheiden, wie er mit „Lebensmitteln“ wie Fleisch, Wurst, Milch oder auch Süßigkeiten umgeht.

Wie ist deine ganz persönliche Erfahrung?
Ich selbst habe gleich im ersten Jahr 17 Kilo überflüssigen Gewichtes verloren und bin seit 3 Jahren nicht mehr krank geworden (zuvor ca. 50 Krankheitstage pro jahr!). Und auch bei den Kindern merkte man deutlich, wie die Häufigkeit der Erkältungen in einem Winter abnahm gegenüber der vorherigen, völlig unbewussten Ernährung.

In dem Online-Kongress lernt man, wie man positiv Vorurteilen begegnen kann. Mit welchen werdet ihr häufig konfrontiert?
Persönlich kann ich da gar nichts mehr nennen. Die Zeiten sind bei uns längst vorbei, denn alle ehemaligen „Kritiker“ sehen, dass es uns allen nicht nur gut, sondern besser geht. So ist es inzwischen eher umgekehrt und viele Fragen bei mir nach, was sie ändern könnten, um weniger Tierisches zu essen oder etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Leo Tolstoi soll mal gesagt haben, dass die Menschen eher zugrunde gehen, als dass sie ihre Gewohnheiten verändern. Welchen Tipp kannst du für den Start/Umstieg geben?
Oh ja, das ist wahr! Mir hat es geholfen, entspannt zu bleiben und zu wissen, dass ich nichts „muss“. Gleichzeitig wusste ich aber, warum ich den Umstieg machen wollte. Die optimale Balance aus Zielstrebigkeit und Lockerheit sozusagen. Mein Tipp also: Kümmere Dich um dich selbst und gib die Energie nicht in das Missionieren anderer Menschen oder das Verteidigen gegenüber Kritikern – es ist zwecklos (denn hier greift die oben genannte Aussage von Tolstoi).

 

Info:

Wie klappt Veganismus in der Familie? Vom 1. März bis 11. März findet online der Veganer-Familien-Kongress statt. 20 Experten leisten in über 22 Videostunden Hilfestellung. Essen, Schwangerschaft, Vorurteile: Der Kongress ist ideal für alle, die vegan leben wollen und Tipps im Alltag gebrauchen können.