Anti-Kater-Programm

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Nein, wir haben nichts gegen Katzen – es geht hier um die Auswirkungen einer leichten Alkoholvergiftung, auch Kater genannt. Wer dem Alkoholgenuss frönt, kämpft am nächsten Tag oft mit den unschönen Nachwirkungen. Was kann man also vor- und nachsorgend gegen die schlimmsten Katerfolgen tun?

Was ist eigentlich ein Kater?

„Alkohol, in ausreichender Menge genossen, bewirkt alle Symptome der Trunkenheit“ – das wusste auch schon Oscar Wilde. Doch nach übermäßigem Genuss kommt meist der sogenannte fiese Kater, abgeleitet von Katarrh, oder auch Katzenjammer (in früheren Zeiten bezeichnend „Kotzen-Jammer“!). Beim Abbau von Alkohol werden dem Körper sowohl Flüssigkeit als auch wichtige Nährstoffe entzogen, was zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und einer allgemein erhöhten Bettanziehungskraft führt. Spätestens ab 30 Jahren weiß man aus eigener Erfahrung: Ein Kater kann das körperliche Wohlbefinden bis zu drei Tage lang negativ beeinflussen! Die Hauptschuld hierbei trägt das Ethanal, ein Zwischenprodukt beim Alkoholabbau. Befolgt man jedoch einige wichtige Tipps, ist man nach der Partynacht schnell wieder auf den Beinen.

Dem Kater vorbeugen

Zugegeben, katerbekämpfendes Essen ist nicht gerade diätgeeignet. Vor der Party sind Pizza, veganer Burger & Co. sogar ausdrücklich erlaubt. Sie enthalten viel Fett, das die Alkoholresorption verzögert und die erste Basis gegen einen üblen Kater schafft. Schon während der Feiernacht sollte man außerdem nach jedem alkoholischen Getränk ein antialkoholisches zu sich nehmen, um die schlimmsten Katerfolgen von vornherein zu verhindern. Am besten bleibt man bei nur einer Sorte Alkohol, um seinen Körper neben dem Ethanol nicht noch andere Begleitalkohole wie Methanol oder Isobutanol zuzumuten.

Der Tag danach

Der berühmte Rollmops gilt seit jeher als bestes Mittel gegen die Alkohol-Nachwehen. Veganer müssen sich anderweitig behelfen. In erster Linie wird durch den sauer eingelegten Fisch sowieso nur das Verlangen gesteigert, etwas zu trinken – und dem Körper genau das zuzuführen, was ihm fehlt: Flüssigkeit! Den nächsten Tag über trinkt man also am besten so viel Wasser, Fruchtschorle oder ungesüßten Tee wie möglich. Auf kohlensäurehaltige Getränke sollte man allerdings verzichten, um dem aufgewühlten Magen ein wenig Ruhe zu gönnen. Zuckerhaltige Drinks wie Likör, Glühwein oder Cocktails transportieren den Alkohol übrigens extra schnell ins Blut und zaubern den Kater noch rascher herbei!

Gib dem Kater Saures!

Oft hat man nach der Feierei nur noch Lust auf den fettigen, veganen Döner von nebenan (und das ist gar nicht so falsch, siehe „Dem Kater vorbeugen“!). Wer es gesünder mag, greift zu Avocados bzw. viel Gemüse und Obst (z.B. Bananen). Diese Lebensmittel helfen auch am nächsten Tag, die Nährstoffreservoirs des Körpers wieder voll zu machen. Besonders Magnesium, Kalzium und Kalium müssen schleunigst aufgefüllt werden. Zaubere dir doch eine gesunde warme Suppe mit einem Nährstoffmix aus verschiedenen Gemüsesorten! Aber auch klassisches Krankenessen wie Gemüsebrühe, Zwieback, Laugenbrezeln oder Salzstangen ist jetzt ideal. Und statt Rollmops gibt es einfach andere sauer eingelegte Produkte wie z.B. Sauerkraut oder saure Gurken. Falls man nach der Feiernacht beim besten Willen nichts in den Magen bekommt, lässt sich das innere Unwohlsein ganz gut mit pflanzlichen Magentropfen lindern (auch sie enthalten übrigens meist einen gewissen Alkoholgehalt!).

Alkohol: Freund oder Feind?

Bereits in prähistorischen Zeiten galt Alkohol als gemeinschaftsförderndes Genussmittel, das entspannt und in einen angenehmen, rauschartigen Zustand versetzt. Als Teil unserer (Trink-)Kultur werden Wein und Bier auch heute noch hochgeschätzt, nicht nur zum Abrunden eines gelungenen Essens. Dass zu häufige Trinkgelage aber nicht gerade der Gesundheit dienen, dürfte klar sein. Eine zu große Menge Alkohol senkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns, kann den Hormon- und Nährstoffhaushalt stören und schlimmstenfalls abhängig machen. Damit es nicht soweit kommt, sollte man den Kater als Warnzeichen des Körpers ernst nehmen und ihn so selten wie möglich durch übermäßigen Alkoholgenuss heraufbeschwören. Übrigens wurde die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung des berühmten Glases Wein pro Tag kürzlich relativiert, diese Annahme beruhte vermutlich auf einem Statistikfehler. Es gilt also wie so oft: Die Dosis macht das Gift!

Foto: unsplash.com