Achtung, Bibergeil! Ekel-Dinge im Alltag

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Wir alle wissen, dass die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie so manchen Stoff in unser Essen oder unsere Kosmetika mischt, die wir dort nicht erwarten – und auch überhaupt nicht wollen. Und nicht nur das: Viele der Substanzen sind auch noch tierischen Ursprungs, kaschiert von einer harmlos-chemischen E-Nummern-Bezeichnung. Bereit für einen kurzen Run durch eklige Inhaltsstoffe?


1. Bibergeil

Noch heute häufig in Parfums zu finden – aber auch im Essen. Bitte, was? Ja, richtig gelesen. Zumindest in den USA, wo der Stoff in Nahrungsmitteln zugelassen ist. Parfum-Liebhaber*innen dürfte Bibergeil ein Begriff sein, da es als natürlicher Duftstoff Verwendung findet. Ebenso unappetitlich wie unethisch, denn hinter der Substanz versteckt sich genau das, was der Name andeutet: Ein Lockstoff, der aus den Drüsensäcken von Bibern stammt. Diese Drüsen sitzen zwischen After und Geschlechtsorganen; in der Natur dient ihr Sekret dazu, beim Urinieren das Revier zu markieren. Und nur ein toter Biber – der zumeist ein kurzes, elendes Leben im Käfig auf einer Biberfarm verbracht hat – trennt sich von diesen Drüsensäcken.

Auf Inhaltsstofflisten ist Bibergeil unter dem Namen Castoreum zu finden. In Nahrungsmitteln aus US-amerikanischer Produktion kann es sich aber auch hinter dem Begriff „natürliches Aroma“ verbergen – denn als solches ist Bibergeil dort zugelassen. Es verleiht Nahrungsmitteln einen Geschmack von Vanille, Erdbeer oder Himbeer. Kennzeichnungspflicht, um Vegetarier*innen und Vegan*innen entgegenzukommen? Fehlanzeige.